Windkraft
Windkraft: Dietmannsrieder Bürgermeister will Standortfrage klären

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Zwei Windräder drehen sich bereits auf Dietmannsrieder Flur: auf einer Konzentrationsfläche oberhalb von Schrattenbach. Soll diese Konzentrationsfläche nun erweitert werden? Oder gibt es andere Standorte, an denen sich der Dietmannsrieder Gemeinderat im Sinne der Energiewende Windkraftnutzung vorstellen könnte? Dazu sollte das Gremium jüngst einen Grundsatzbeschluss fassen. Vielmehr: hätte sollen. Denn erst wurde fast zwei Stunden diskutiert. Dann kam man zu dem Schluss, dass eine Entscheidung gar keinen Sinn mache: Man habe ja keine Ahnung, an welchen Stellen Windkraftanlagen wirtschaftlich betrieben werden können. Bürgermeister Hans-Peter Koch will das jetzt klären.

Wo ist Windkraft auf Dietmannsrieder Gemeindegebiet überhaupt rein platztechnisch möglich? 800 Meter Abstand zu größeren und 500 Meter Abstand zu kleineren Ortschaften sind laut Bernd Munz vom Planungsbüro Lars Consult nach den Bestimmungen im Windatlas geboten.

In Dietmannsried kämen demnach diese Standorte in Betracht: mögliche Erweiterungen der bestehenden Konzentrationsfläche in Richtung Nordosten oder Nordwesten sowie eine Fläche nahe dem Weiler Sommersberg (siehe Grafik).

Die Flächen nordwestlich wie auch der Standort Sommersberg, gab Koch zu bedenken, liegen im Landschaftsschutzgebiet und könnten im Regionalplan allenfalls als Vorbehaltsflächen ausgewiesen werden. Eigentümer seien die Staatsforsten. Das sei auch bei den Arealen im Nordosten nicht anders. Allerdings habe sich dort bereits die Firma Uhl Windkraftanlagen aus Ellwangen Flächen für die Windkraft reserviert.

Potenzielle Investoren gebe es für alle Gebiete.

In der folgenden Diskussion gingen die Meinungen auseinander. So argumentierte Johann Rössle, dass Dietmannsried bereits eine Quote von 50 Prozent an regenerativen Energien erreiche. Der Landrat fordere für die Zukunft 70 Prozent.

'Auch als Bürger bin ich nicht bereit, 120 Prozent zu bringen, während andere Gemeinden gar nichts machen', so Rössle. Wenn die Bürger einverstanden seien, dass in Sommersberg eine Anlage entsteht, 'sind wir locker bei 70 Prozent. Und dann muss zappa sein'.

Dr. Philipp Prestel betonte, dass es doch auf die topografische Situation einer Gemeinde ankomme. Er sagte: 'Wir waren bislang die Nutznießer von gefährlicher Kernkraft, die weit von uns weg war. Wenn wir jetzt die Möglichkeit haben, Windkraft zu nutzen, ist es doch unsere Bürgerpflicht, uns solidarisch zu zeigen.' Auch Markus Wiedemann meinte, dass es um den besten Standort gehen müsse.

Wir haben viel Geld in die Hand genommen für eine Konzentrationsfläche. Und jetzt ist uns das Landschaftsschutzgebiet nichts wert', warnte Eckard Radke davor, die geschlossenen Gebiete im Nordwesten 'einfach so hinzugeben'.

Von einem 'gigantischen Verbrauch landwirtschaftlich genutzter Flächen' sprach Josef Merkle und fragte, ob man denn nicht erst auf der bestehenden Konzentrationsfläche weitere Anlagen ansiedeln könne. Das wollten auch andere Gemeinderäte wissen.

Und Helmut Waldmann fragte, um wie viel man die Konzentrationsfläche ausweiten müsse, um mehr Anlagen zu ermöglichen. – Fragen, auf die es keine Antworten gab und so brachte es Hildegard Engel auf den Punkt: 'Was, wenn wir jetzt was ausweisen, wo man am Ende nichts hinstellen kann?' Das zu klären, ist jetzt Kochs Sache.

Allein Otto Schmid stellte das nicht zufrieden: 'Alle sagen, wir sind für die Energiewende. Aber jetzt sind wir keinen Schritt weiter.' Die Tatsache, dass es für die Areale, über die man diskutiert habe, Interessenten gibt, zeige doch, dass die Flächen geeignet seien. Schmid: 'Das Allgäuer Überlandwerk und die anderen sind doch nicht so blöd, da zu bauen, wo kein Wind weht.'

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