Altusrieder Freilichtspiele
Special Altusrieder Freilichtspiele SPECIAL

Porträt
Vom Theatervirus angesteckt: Hape Müller gibt im Altusrieder Freilichtspiel den Sprücheklopfer Will Scarlett

Ich habe in den letzten Monaten alle Hobbys auf Null gestellt, sagt Hape Müller. Der 40-Jährige fährt gern Rad und sportelt auch sonst sehr viel. Doch ohne Entbehrungen hätte er die täglichen Abendproben zu Robin Hood nicht bewältigen können. Auf gefühlte 100 Probentage kommt Müller, zusammen mit den Extraproben Bogenschießen und Bühnenkampf.

Alles Neuland für den Altusrieder. Er spielt heuer seine erste große Rolle bei einer Freilichtinszenierung. Müller gibt Will Scarlett, den in dieser Inszenierung stark aufgewerteten Kompagnon von Robin Hood. Vor allem als Sprücheklopfer bleibt einem als Zuschauer dieser Will im Gedächtnis.

"Aber Will ist auch eine sehr ambivalente Figur, das hat mich an ihr interessiert", sagt Müller. Ihn fasziniert seine Loyalität zu Robin und zu seiner Geliebten Editha. "Ich glaube, da habe ich sogar sehr viel von diesem Will", meint Müller. Dann lacht er und sagt: "Was ich gern von ihm hätte, ist das Timing im Humor, der Witz kommt immer richtigen Stelle."

Müller, von Beruf Bankkaufmann, wollte diese Rolle haben und er hat sie bekommen. Vor allem das Spiel mit dem erfahrenen Robin-Darsteller Sebastian Heerwart und die Arbeit mit Regisseur Dominik von Gunten empfand Müller als ungeheuer bereichernd. "Gut wenn immer wieder neue Leute mit neuen Ansätzen kommen", sagt Müller. Das ist nicht zuletzt seinem Bruder Markus Müller, Intendant am Staatstheater Mainz, zu verdanken, der als künstlerischer Berater entscheidend an der Wahl des Produktionsteams beteiligt war.

Hape Müller hat nicht wie viele andere Altusrieder schon im Krabbelalter Theaterluft aufgesogen. Erst mit acht Jahren ist er mit seiner Familie ins Allgäu eingewandert. Als höfischer Tänzer kam der damals 15-Jährige das erste Mal beim "Götz von Berlichingen" 1991 mit dem Freilichtspiel in Berührung. Dann kam die erste kleine Sprechrolle bei "Andreas Hofer". Und in den letzten Jahren tragende Rollen im Theaterkästle: als Manager Krause in "Top Dogs", als Literaturprofessor Pierre in "Der Vorname" oder als Vollzeitpapa Wolf Heider in "Frau Müller muss weg".

Etliche große Rollen sind in "Robin Hood" doppelt besetzt. Müllers Rolle nicht mehr. Der zweite Schauspieler des Will Scarlett hat sich bei einer der letzten Proben die Achillessehne gerissen. "Jetzt kann, darf, muss ich alle Vorstellungen spielen", sagt Müller. Es sind 27 an der Zahl. Noch immer ist der Bankkaufmann hin- und hergerissen. Er freue sich zwar, spielen zu dürfen, doch überwiegt das Mitleiden mit dem Kollegen. Weiß er doch selbst zu gut, wie hart geprobt worden war.

Drei Monate lange hat er die Wochenenden auf der Freilichtbühne verbracht. Gut, dass Freundin Birgit Stempfel ebenfalls vom Theatervirus befallen ist. Sie singt im Chor der Wandernonnen. Da hat man Verständnis füreinander und teilt das unglaubliche Gemeinschaftsgefühl. Ein starker Antrieb mitzumachen, ist sich Müller sicher. "Und es ist natürlich auch die große Lust am Spiel und der Spaß, sich zu präsentieren."

Vorverkauf unter Telefon-Nummer 08373/9 22 00. Die Vorstellung am Sonntag, 10. Juli, ist bereits ausverkauft.

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