Katholische Kirche
Versetzung von Ortspfarrer bringt Gläubige in Aufruhr

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Für massiven Widerstand in der Pfarreiengemeinschaft Kimratshofen sorgt die Entscheidung der Diözese, dass Pater Tomasz Wesolowski offenbar zum 1. September 2011 andernorts eingesetzt werden soll. Die personelle Veränderung wird einhergehen mit einer Vergrößerung der bisherigen Pfarreiengemeinschaft Kimratshofen (mit Muthmannshofen und Frauenzell) um Altusried und Krugzell. Dies hat scharfe Kritik ausgelöst. In offenen Briefen sprechen drei Pfarrgemeinderäte Klartext: Pater Tomasz, seit September 2004 in Kimratshofen Seelsorger, habe sich mit seinem priesterlichen Wirken, seiner seelsorgerischen und menschlichen Nähe viel Zuneigung und Anerkennung erworben. Weiter heißt es: «Stellvertretend für die Gläubigen werden sich die Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen der Pfarreien Kimratshofen, Muthmannshofen und Frauenzell bei der Diözese in Augsburg für den Verbleib von Pater Tomasz in unserer Gemeinde einsetzen.»

Dies geschah mittlerweile auch mit einem Brief an den Bischof.

Eine Unterschriftensammlung in den Kirchen für eine Zukunft des Seelsorgers auch in der neuen Pfarreiengemeinschaft, die nach Pfarrer Schneiders Pensionierung im September 2011 gebildet werden soll, habe ein Domkapitular der Diözesanleitung laut Brigitte Krug telefonisch verboten.

Nicht nur in diesem Punkt widerspricht die Pressestelle des Bistums Augsburg auf Anfrage der AZ den Pfarrgemeinderäten vor Ort: «Ein offizielles Verbot der Unterschriftensammlung durch die Diözesanleitung, zu der Gläubige ohne Zutun von Pater Tomasz aufgerufen wurden, hat es nicht gegeben», heißt es in der Pressemitteilung.

Auch die Angabe von Josef Thanner, Brigitte Krug und Georg Kögel, dass Pater Tomasz laut Diözese für die Übernahme der Aufgabe einer Leitung der neuen Pfarreiengemeinschaft nicht in Betracht käme und seine bisherige Pfarrstelle verlassen müsse, bestätigt die Pressestelle nur indirekt: «Eine Bewerbung (von Pater Tomasz) ist grundsätzlich möglich. Unabhängig davon schätzt die Diözesanleitung die Arbeit von Pater Tomasz und wird ihn voraussichtlich auch wieder an anderer Stelle als bisher einsetzen.» Die Bildung einer größeren Pfarreiengemeinschaft mit Altusried und Krugzell begründet die Diözese mit einer «unausweichlichen strukturellen Anpassung aufgrund von Priestermangel».

Harsche Kritik übte auch Pfarreimitglied André van Wickeren aus Kimratshofen öffentlich an einer fehlenden Einbeziehung der Gläubigen in die Entscheidungen Augsburgs: «Wie ein roter Faden zieht sich so der Eindruck, dass der Dialog mit den Gläubigen von Augsburg nicht gesucht wird.» Er wirft der Diözese vor, die Gläubigen «wie Untertanen eines absolutistischen Monarchen zu behandeln». Die Antwort aus Augsburg: «Es haben vor Ort durchaus den Prozess begleitende Gespräche durch den von der Diözese eingesetzten Mitarbeiter im Bereich Gemeindeentwicklung stattgefunden.»

Pater Thomasz ist derzeit in Polen und war gestern nicht erreichbar.

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