Bürgerversammlung
Verhärtete Fronten in Altusried - Anwohner sagen Gemeinde den Kampf an

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Die Fronten in Altusried verhärten sich zunehmend. Deutlich wurde das am Montagabend bei der Bürgerversammlung im voll besetzten Rößle-Saal. In einer emotionalen Debatte prallten dort die Argumente der Gegner des im Dorfpark geplanten Lebensmittelmarkts und die des Bürgermeisters aufeinander. Dabei machten beide Seiten deutlich: Von den eigenen Plänen wird auf keinen Fall abgerückt. Über den Gemeindehaushalt (siehe Infokasten), die Freilichtbühne, darüber, dass die Finanzierung von Center Parcs bei Leutkirch 'so gut wie sichergestellt' sei, über die Bildung eines Energieteams oder die Brandschutzmaßnahmen an Schulen hatte Rathauschef Heribert Kammel zuvor eine Stunde lang informiert.

Worüber die Bürger aber sprechen wollten, waren allein die Pläne für den Lebensmittelmarkt und die von vielen befürchtete, daraus resultierende Verkehrsbelastung.

Kammel wies darauf hin, dass die Pläne für den Dorfpark kein Schnellschuss, sondern ein Resultat aus jahrelangen Überlegungen des für die Ortsgestaltung extra gebildeten Bürgerteams seien.

Und das habe sich nunmal ein Dienstleistungszentrum in der Ortsmitte gewünscht. Der Gemeinderat, betonte Kammel, habe dieses Ziel erkannt und einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Die Anlieger seien jederzeit informiert gewesen. Und man wolle deren Belange ja auch berücksichtigen: 'Aber in einer solch wichtigen Frage einen Konsens zu erzielen, wird nicht möglich sein.'

Von den Anliegern hagelte es Anschuldigungen. Informationen, beklagte etwa Günter Frischknecht, habe es jeweils nur auf Drängen gegeben. Er könne nicht verstehen, warum das Projekt seitens der Gemeinde mit einer solchen Vehemenz forciert werde. Und das, obwohl es Gutachten gebe, die besagten, dass der Laden in der geplanten Konstellation 'eine Totgeburt wird'.

Eine zusätzliche Verkehrsbelastung befürchtet Wolfgang Hutter durch den Markt. Denn dessen Zufahrt und die Tiefgaragenausfahrt der künftigen 'Postresidenz' würden auf gleicher Höhe liegen. Woraufhin Manfred Sabel wetterte: 'Jede Ortsentwicklung beginnt mit der Suche nach einer Verkehrslösung.'

In Altusried aber werde das Thema seit 20 Jahren außer Acht gelassen. Seine Vorschläge für eine Entlastung würden von der Gemeinde ignoriert. Schützenhilfe bekam Sabel von Siegfried Balla: Die Gemeinde verfolge das Thema nicht mit dem nötigen Druck.

Von einer 'glorreichen Idee' der Gemeinde, 'einen solchen Kasten in unseren Ort zu stellen', sprach ironisch Dieter Klüpfel und noch mehr Gegenwind bekam Kammel von Adolf Birker (Bürgerinitiative Rathaus-Ortsentwicklung) und Wilfried Kiechle (Kirchenverwaltung).

Beide betonten, dass die Gemeinde in der Sache einen Alleingang gestartet habe und sie warben dafür, mehr auf die Bürger einzugehen.

'Wir wollen das'

Wie geht es weiter? Die Gemeinde verhandelt mit der Kirche, der das Areal gehört. Am 13. Dezember, so Kammel, soll es ein Gespräch mit den Anliegern geben. Und am 15., so hofft er, werde der Gemeinderat den Bebauungsplan auf den Weg bringen. Im Rahmen dieses Verfahrens würden alle offenen Fragen geklärt und es gebe Gelegenheit, Einwände vorzubringen.

Für Kammel steht fest: 'Wir wollen das.' Deswegen werde die Gemeinde ihr Ziel konsequent verfolgen. Genauso wie die Anlieger: Sie kämpfen weiter gegen den Markt. Mit der 'totalen Unterstützung der Bürgerinitiative', kündigte Birker an.

Ihre Meinung zur Ortskerngestaltung

Erbittert kämpfen die Anlieger des Dorfparks in Altusried gegen die Pläne der Gemeinde, dass dort ein Lebensmittelmarkt entsteht. Bürgermeister Heribert Kammel wiederum ist davon überzeugt, dass nur ein solches Projekt dazu beitragen kann, den Ortskern am Leben zu erhalten.

Doch was, liebe Altusriederinnen und Altusrieder, ist Ihre Meinung? Schreiben Sie uns an

Allgäuer Zeitung

Lokalredaktion

Stichwort: Ortsgestaltung

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87437 Kempten

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Morgen, Donnerstag, können Sie uns ihre Meinung zwischen 12.30 und 13.30 Uhr auch persönlich sagen. Unter (0831) 206-364 und -365 sind wir am Telefon für Sie da.

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