Angeln
Verein Eschacher Weiher fischt den Teich des Altusrieder Altenheims ab

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Sie lieben «ihren» Weiher, die Senioren des Altenheims Altusried. «Wenn ich abends hier sitze und Brotreste reinwerfe, kommen die Fische zu Hunderten,» sagt beispielsweise Bewohner Ludwig Ferlemann und fügt an: «Schön, dass es den Weiher hier gibt.»

Und weil der Teich voller Karpfen ist, kam Altenheimleiter Thomas Roth auf die Idee, einige davon abfischen zu lassen. Nicht, um sie den Bewohnern dann als leckeres Abendessen zu kredenzen, nein, sie sollten in ein größeres Gewässer umgesiedelt werden. Der Fischereiverein Eschacher Weiher bot sich als Partner dieser Aktion an.

20 Fischer rückten an mit Angeln, Haken und Ködern. Ungefähr genauso viele Altenheimbewohner warteten auf Gartenstühlen sitzend gespannt auf das sich anbahnende Fischspektakel - und waren dann teils ernüchtert. << Ich dachte, die Fischer springen mit großen Keschern ins Wasser, >> sagte beispielsweise Besucherin Hildegard Kreiter. Heimbewohnerin Anni Kienle hingegen nickte zufrieden: << Die haben sich versteckt. Das haben die geahnt, dass da was auf sie zukommt. >><< Das war sehr klug von den Fischen, >> freute sich ein anderer.

Kluge Fische? << Wenn Unruhe ums Gewässer ist, dann verziehen sich die Fische ins Gebüsch. Ja, sie sind sehr schlau, >> meint Fischer Franz Boscher aus Krugzell und schaut auf den mit Seerosen bewachsenen Teich. Mit einem Kescher käme man auch nicht weiter, ist der Jugendleiter des Vereins, Stefan Stockinger, sicher. << Die Karpfen sind total scheu. >>

Während die meisten Fischer die Karpfen mit Maiskörnern am Angelhaken locken, setzt Hermann Appel auf Plastikwürmer - vergebens. Keiner beißt an. << Dabei könnte doch da keine Forelle in der Iller widerstehen, >> schmunzelt der 71-Jährige. Gegen 18 Uhr angelt sich der Jüngste im Feld den dicksten Fisch: Der Karpfen, den Lukas Fischer (10) aus dem Teich holt, ist 43 Zentimeter lang. Rekord an diesem Abend. Altenheimleiter Thomas Roth überreicht dem Buben später dafür einen Pokal samt Urkunde.

Ob die Karpfen aus so einem kleinen Weiher überhaupt schmecken würden? << Die mooselen, da kann man davon ausgehen, >> meint Stockinger. Der moosige Geschmack müsse aber nicht sein, ist Franz Boscher überzeugt. Man müsse den Karpfen nur ein paar Tage in klares Wasser geben. << Dann ist das Mooselen weg. >>

Überhaupt sei der Karpfen ein hervorragender Fisch. << Ganz Franken isst schließlich Karpfen. >> Im Altenheim Altusried kommt an diesem Abend bei niemandem Karpfen auf den Tisch. Stockinger gibt die gefangenen Karpfen in einen großen, grünen Wasserbehälter mit Sauerstoffzufuhr. Das sei laut Tierschutzgesetz vorgeschrieben.

Noch am selben Abend werden die gefangenen Karpfen in den Herrenwieser Weiher eingesetzt. Am nächsten Morgen sind die ersten Altenheimbewohner wieder an << ihrem >> Weiher, allein mit << ihren >> Karpfen. Im Wasser wumselets wieder, als sie Brotkrumen in den Teich werfen.

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