Meisterschüsse
Robin Hood auf der Freilichtbühne Altusried: Der Zaubertrick mit Pfeil und Bogen

Beim Altusrieder Freilichtspiel trifft Guy of Guisborn genau ins Schwarze. Dann schießt Robin Hood auf die Zielscheibe – und spaltet Guys Pfeil. Wie kriegen die Schauspieler das bloß hin?

Guy of Guisborne ist siegessicher. Der Adelige aus Nottingham hat seinen Pfeil beim Bogenturnier direkt ins Schwarze geschossen. Wie will der Schütze nach ihm - Robin Hood, verkleidet als Kesselflicker - das noch toppen?

Dann spannt Robin seinen Bogen, lässt die Sehne los. Der Pfeil zischt Richtung Zielscheibe, trifft Guys Pfeil und spaltet ihn. Ein Meisterschuss. Robin Hood hat gewonnen, während Guy den gespaltenen Pfeil aus der Scheibe zieht und ihn entgeistert in die Höhe hält.

Diese Szene spielt sich bei "Robin Hood" auf der Altusrieder Freilichtbühne ab. Die Zuschauer sehen sie - und die meisten werden sich die Augen reiben und fragen: Wie machen die Schauspieler das bloß? Sowas gibt’s doch nur im Film!

So genau ins Schwarze zu treffen - das geht auf offener Bühne nicht. Auch wenn Sebastian Heerwart, der Robin Hood spielt, ein passionierter Bogenschütze mit viel Erfahrung ist. Es muss also ein Zaubertrick dahinterstecken. Aber welcher? Selbst wer genau hinschaut, sieht nichts.

Anruf in Altusried. Herr Heerwart, wie machen Sie das? Die Antwort lautet: "Den Trick verrate ich nicht!" Die Lösung sei so banal, dass sie jede Illusion zerstören würde. Dann lässt sich der 37-Jährige doch ein paar Details entlocken.

"Wir haben sehr lange herumgetüftelt", verrät er. Denn dass die beiden Pfeile von Guy und Robin Hood nicht ins Schwarze treffen, das können sich die Freilichtspieler nicht leisten - schließlich gehört das zur Handlung des Theaterstücks. Sebastian Heerwart beteuert, dass beide Pfeile echt abgeschossen werden. Also muss, so lautet der Schluss, während des Fluges nachgeholfen werden.

Aber wie? Manch ein Zuschauer will eine Schnur entdeckt haben, welche die Pfeile ins Ziel führt. Der erste Pfeil, den Robin Hoods Pfeil spaltet, ist übrigens präpariert, damit er aufklafft, wenn er hinten getroffen wird.

Die Grundidee für den Trick stamme vom Kemptener Bogenbauer Gregor Hipp, sagt Sebastian Heerwart. Verfeinert haben ihn die Altusrieder Schützen - in stundenlanger Arbeit, wie der Robin-Darsteller betont. Bei den Aufführungen sind vier Schauspieler als Helfer beim Zaubertrick beteiligt. Damit die Zuschauer das nicht merken, ist deren Aktion in die Handlung eingebaut. "Das muss akribisch vorbereitet werden", sagt Heerwart.

Und was passiert, wenn der Trick bei einer Aufführung mal schiefgeht? Heerwart lacht. "Dann müssen wir auf offener Bühne improvisieren."

Autor:

Klaus-Peter Mayr aus Kempten

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