Entscheidung
Rathaus bleibt doch stehen, Lebensmittelmarkt kommt

Die Gemeinde Altusried hat ein neues Konzept für die Ortsentwicklung. In der Bürgerversammlung am Montagabend legte Bürgermeister Heribert Kammel einen Rohentwurf vor, nach dem das Rathaus stehen bleibt. Nur der heutige Kassenbereich im Erdgeschoss soll in den Anbau eines 1200 Quadratmeter großen Vollsortimenters integriert werden. Die 200 Quadratmeter, die der Verwaltung dann fehlen, sollen auf den Neubau aufgesattelt werden.

Auf diesen Rohentwurf, den der Altusrieder Markus Lerchenmüller, Geschäftsführer der «Bau in die Zukunft-GmbH», skizziert hat, einigte sich der Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung laut Kammel bei nur einer Gegenstimme. Hintergrund für die Entscheidung seien drei Faktoren:

l Sowohl Bürgerteam als auch Gemeinderat wünschten eine Weiterentwicklung von Altusried im Ort und nicht am Ortsrand: «Wir brauchen einen interessanten und lebendigen Ortskern.»

l Zum 31. Dezember sei der Pachtvertrag eines Privateigentümers mit dem Pennymarkt am Ortsrand gekündigt worden, Gespräche mit Feneberg, dort ein Vollsortiment anzubieten, seien weit gediehen: «Eine Entwicklung am Ortsrand geht in eine Richtung, die für Altusried nicht gut wäre.»

l Bedenken und Wünsche der Bürger während der vergangenen Diskussion um den Rathausplatz, die sich vor allem gegen einen Abriss des Rathauses wendeten, sollten berücksichtigt werden.

«Viel Platz und Luft»

Eine weitere Gestaltung des Rathausplatz-Umfeldes in leer stehenden Gebäuden wie der Alten Post oder dem Daiser-Anwesen sei in der Zukunft denkbar, nachdem nun hinter dem Rathaus ausschließlich ein Vollsortimenter errichtet wird. Andere Angebote, die ein ursprünglich diskutiertes Dienstleistungsgebäude integriert hätte, könnten laut Kammel im Lauf der Zeit dort auch durch Privatinitiativen entstehen. «Es besteht viel Platz und Luft für andere Entwicklungen.»

Ein Umbau des Rathauses in diesem Zusammenhang ist laut Rathauschef schon aus energetischen Gesichtspunkten unumgänglich. Er rechnet mit Kosten zwischen 500000 und 700000 Euro, um etwa das Dach zu isolieren, die Heizanlage und die Fenster zu erneuern.

Ein Mitglied des Bürgerteams, Klaus Eberhardt, zeigte sich positiv überrascht, dass nach einer «Zeit der Ruhephase» nun eine fast einstimmige Entscheidung gefallen sei. Auf seine Frage, was aus der gewünschten Begegnungsstätte für die Bevölkerung werde, antwortete Kammel mit der Hoffnung, dass mit dem Beginn einer Entwicklung auch ein Signal für Privatinvestoren gegeben werde.

Scharf kritisiert wurde der Vorentwurf von Adolf Birker von der Bürgerinitiative Rathaus. Er hielt eine Lösung der innerörtlichen Verkehrsprobleme durch eine Umgehung für wichtiger als «die ominöse Innerortsentwicklung». Dass der «ganze Rathausplatz Parkplatz wird», hielt er für eine «unglaubliche Verschlechterung». «Die Zustimmung der Bürgerinitiative kriegen Sie hierfür nicht. Wir werden uns engagieren, dass das nicht umgesetzt wird», erklärte Birker. Kammel entgegnete, dass der Rathausplatz optisch und funktional ansprechend gestaltet werden soll und am Rohentwurf noch viel gefeilt werde: «Es gibt keinen Rathaus-Abriss mehr, sondern eine Entwicklung. Wenn Sie dagegen sind, müssen Sie das auch sagen.»

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