Streit
Raiffeisenweg in Reicholzried schon immer Privatstraße

Einen Schneepflug der Gemeinde haben Michael Schrödinger (58) und Oliver Wengler (40) im Raiffeisenweg in Reicholzried noch nie gesehen. Schrödinger und Wengler haben nichts dagegen.

Schließlich ist der Reicholzrieder Raiffeisenweg im Besitz von vier Familien, "eine Privatstraße", wie Wengler betont, "und das schon seit vielen, vielen Jahren". Was Schneeräumen und Kehren angeht, unterliegen sie somit keinen gemeindlichen Vorschriften. Dass im Gemeinderat verbreitet wurde, sie hätten den Weg vor Kurzem privatisieren lassen, quasi um sich aus der Räum- und Streuverantwortung zu stehlen, ärgert die beiden.

Sie wollen demnächst im Gemeinderat eine Richtigstellung. Das habe ihnen Bürgermeister Hans-Peter Koch zugesichert. Er betonte im Gespräch mit der AZ, "dass der Raiffeisenweg immer schon ein Privatweg war". Er sei wohl "irrtümlich" Mitte der 90er Jahre in die Dietmannsrieder Reinigungs- und Sicherungsverordnung aufgenommen worden, fügt Hauptamtsleiter Werner Heider an. Alles also kein Drama - und dennoch machen Schrödinger und Wengler ihrem Ärger gegenüber der AZ Luft.

Ärger darüber, dass manche ihr Grundstück wie eine Durchfahrtsstraße oder gar einen Parkplatz nutzen. Dabei gebe es eine fast parallel verlaufende öffentliche Straße. Am Sonntag würden die Kirchgänger sogar vor ihrer Einfahrt oder den Garagen parken. 'Da möchte ich mit meinem Auto wegfahren – und das geht nicht,' ärgert sich Wengler darüber, dass andere ihn auf seinem Privatgrund einschränken.

'Begehen auf eigene Gefahr'

Ein Schild 'Privatstraße, Befahren und Begehen auf eigene Gefahr' weist die anderen Reicholzrieder darauf hin, dass die Verbindung zwischen Schmidstraße und St.-Georg-Straße nicht öffentlich gewidmet ist. Die Eigentümer könnten den Weg auch sperren. Sie tun dies aber nicht, haben 'nichts dagegen, wenn jemand durchläuft'.

Die Raiffeisenbank sei seit gut zehn Jahren nicht mehr im Raiffeisenweg, sondern bei der Kirche. Dennoch würden immer noch Genossen der Bank am alten Standort (Raiffeisenweg) parken, dieses als ihr Recht ansehen. 'Ist es aber nicht, das Grundstück gehört uns. Das sollte akzeptiert werden,' wünschen sich Wengler und Schrödinger.

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