Wochenende
Mord vor der Haustür – Kluftinger kommt wieder

Ein Mord. Ausgerechnet in Altusried, Kluftingers Heimatort. In 'Milchgeld' muss Kommissar Kluftinger den Mord an einem Molkereimitarbeiter aufklären und ermittelt dabei auch gegen Bekannte und Nachbarn. Das Buch kennen viele, jetzt wird der Bestseller verfilmt.

Die Pressevertreter von Zeitung, Radio, Fernsehen, Nachrichtenagenturen und Onlinemedien, die an diesem Tag nach Altusried gekommen waren, wurden nicht enttäuscht: Kluftinger fährt jetzt Passat - Mit Trommel im Kofferraum und Romadur unter dem Sitz!

Die Autoren Michael Kobr und Volker Klüpfel haben viele Beschwerden bekommen, dass Kluftinger im ersten Film 'Erntedank' nicht sein Auto fährt, sondern einen alten Mercedes. 'Wir standen sozusagen in der Pflicht das zu ändern', sagt Michael Kobr.

Auch Dr. Stefanie Heckner vom Bayerischen Rundfunk erzählt die Geschichte heute nicht zum ersten Mal: 'Der kleinste Unterschied wird bemerkt. Wir sind bei der Planung zu 'Milchgeld' sehr umsichtig vorgegangen.

Das gilt auch und vor allem für die Sprache, den Dialekt'. Redaktion und Produktion haben deshalb viele Statistenrollen aus der Umgebung gecastet.

Heimat ist wieder gefragt

Seit einigen Jahren werden Geschichten in Filmen oder Büchern, die bewusst in einem fassbaren Ort spielen, immer beliebter. Regisseur Rainer Kaufmann sieht darin eine Art Sehnsucht von Menschen, die in einer globalisierten Welt ohne Grenzen, Angst haben den Halt zu verlieren.

Stefanie Heckner sieht das etwas nüchterner, aber ähnlich: 'Der Erfolg von Serien wie 'Großstadtrevier' oder 'München 7' zeigt, dass die Leute den Mord vor der Haustür wollen'. Insofern ist Kommissar Kluftinger eine echte Identifikationsfigur.

Dargestellt wird der etwas eckige Kommissar wieder von Herbert Knaup: 'Ich habe mich, ehrlich gesagt, gewundert, dass es so lange gedauert hat, wo der erste Klufti doch so ein Erfolg war. Ich habe sofort 'ja' gesagt'.

Kluftinger sei ein Geschenk für einen Schauspieler, sagt der gebürtige Sonthofener weiter, der es genießt, wiedermal in seiner 'Muttersprache' zu sprechen und zu spielen.

Autor Michael Kobr fasst zusammen: 'Am Set ist Herbert Knaup Kluftinger'. Ob das Durcheinander am Set kreatives Chaos ist, oder nur für uns Medienleute inszeniert wurde, lässt sich schwer sagen.

Aber es scheint ein Rädchen ins andere zu greifen und am großen Rad sitzt Rainer Kaufmann. Der Frankfurter hat den Überblick und die Ruhe weg.

Autor Volker Klüpfl lobt Kaufmann als Fels in der Brandung. Kaufmann, der auch bei 'Stadtgespräch' oder 'Die Apothekerin' Regie führte, hat mit den Filmen 'Föhnlage' und natürlich 'Erntedank' schon Heimatkrimierfahrung.

In 'Erntedank' konnte er die Allgäuer Sagen und Mythen filmisch darstellen. 'In Milchgeld', sagt Kaufmann, 'geht es um etwas Faktisches: Es geht um Milch und die Problematik des Milchpreises… insofern ist das hier gutes altes Filmhandwerk'.

Kluftinger bundesweit aber kein Tatort

Um den Romanen von Klüpfel und Kobr besser gerecht zu werden, sind die Tatortpläne der ARD endgültig vom Tisch. 'Milchgeld' wird 2012 an einem Donnerstag im Ersten zu sehen sein. Zu Ende ist die TV-Karriere Kluftingers damit aber wohl nicht: Vom dritten Band 'Seegrund' wird zurzeit eine Drehbuchversion entwickelt.

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