Gesundheit
In der Region steigen psychische Erkrankungen sprunghaft an

Die Zahl der psychischen Erkrankungen im Allgäu hat 2010 gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent zugenommen. Dies geht aus dem Gesundheitsreport hervor, den die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) gestern im Unterallgäuer Bad Grönenbach vorgestellt hat.

Dennoch lag die Zahl der psychischen Erkrankungen in der Region noch leicht unter dem bayerischen Durchschnitt.

Die DAK mit rund 60000 Versicherten in der Region hat eine regionale Gesundheitsstudie fürs Allgäu erstellt. Demnach blieb der Krankenstand der erwerbstätigen DAK-Mitglieder im Allgäu mit einer Fehlzeit von 2,8 Prozent konstant. Zum Vergleich: Im bundesweiten Schnitt liegt diese Zahl bei 3,4 Prozent.

Die Memminger DAK-Chefin Brigitte Abrell sagte bei der Vorstellung der Zahlen, an der Senkung des Krankenstandes könnten auch die Arbeitgeber mitwirken. << Man kann im Unternehmen ein Klima schaffen, das gesundheitsfördernd ist >>, kommentierte auch Dr. Jochen von Wahlert, Ärztlicher Direktor der Helios-Klinik in Bad Grönenbach. Diese Einrichtung ist eine Akut- und Rehabilitationsklinik für psychosomatische Medizin. Behandelt werden unter anderem Menschen mit Depressionen.

Bessere Diagnosen

Den Anstieg von psychischen Erkrankungen in den vergangenen Jahren führt von Wahlert einerseits auf verbesserte Diagnosemöglichkeiten zurück. Nach seinen Worten hängen chronische körperliche Beschwerden wie beispielsweise Rückenschmerzen oder Migräne nicht selten mit psychischen Erkrankungen zusammen.

Andererseits gebe es aber gegenüber früher auch eine reale Zunahme von psychischen Belastungen - verursacht unter anderem durch eine immer weiter fortschreitende Arbeitsverdichtung, so von Wahlert. In der Vergangenheit habe es erfahrungsgemäß im Durchschnitt sieben Jahr gedauert, bis eine psychosoziale Erkrankung richtig diagnostiziert worden sei.

Hilfreich sei es für psychisch Erkrankte, in ein soziales Netz wie Familie, Freundeskreis und Verein eingebunden zu sein. Zudem sei es wichtig, dass Arbeitgeber angemessen auf psychische Erkrankungen reagieren.

Daniela Reger, Personalreferentin des Messgeräteherstellers Rohde und Schwarz in Memmingen, berichtete von ihren Erfahrungen eines << betrieblichen Eingliederungsmanagements >> für psychisch Kranke. Dabei sei das Unternehmen mit 1400 Mitarbeitern am Standort Memmingen im Hinblick auf die Therapie-Plätze eine Kooperation mit der Helios-Klinik in Bad Grönenbach eingegangen.

Junge Erwachsene befragt

Erstmals hatte die DAK heuer 3000 junge Erwachsene in Bayern befragt, wie sie ihren Arbeitsalltag und ihren Gesundheitszustand empfinden. 51 Prozent nannten den Arbeitsalltag << etwas belastend >>, 20 Prozent << sehr belastend beziehungsweise stressig >>. 29 Prozent der jungen Leute zwischen 18 und 29 Jahren bezeichneten ihren Arbeitsalltag als << eher locker >>.

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