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Altusrieder Freilichtspiele

Theater
Hinter den Kulissen der Freilichtbühne: Kostümbildnerin Katja Wetzel stattet in Altusried 450 Schauspieler aus

Am Samstag, 11. Juni feiert das Stück Robin Hood Premiere auf der Altusrieder Freilichtbühne. Darauf haben zahllose Angestellte und freiwillige Helfer in der 10.000-Einwohner-Gemeinde viele Monate hingearbeitet. Dass die Schauspieler auf der Bühne nicht nur authentisch wirkende, sondern auch passende Kostüme tragen können, dafür sorgt Katja Wetzel.

Die freiberufliche Bühnen- und Kostümbildnerin kommt aus Berlin und ist es gewohnt, an ganz verschiedenen Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu arbeiten. Regisseur Dominik von Gunten hat sie extra für das Stück ins Allgäu geholt. Zusammen mit ihrer Assistentin Miriam Schlier aus Hannover, die noch mitten in ihrem Kostümbild-Studium steckt, kümmert sich die 49-Jährige darum, dass alle Gewänder entworfen und rechtzeitig fertiggestellt werden.

Dass in Altusried hauptsächlich Laien am Werk sind und es kein professionelles Atelier gibt, ist für Wetzel eine völlig neue Erfahrung. "Ich habe hier einen ganzen Ort auszustatten, das ist schon eine Herausforderung", sagt die Kostümbildnerin. Denn es gibt weder einen Fundus, wie es in einem professionellen Theater der Fall wäre, noch Werkstätten, Gewandmeister oder gelernte Schneider.

Dafür arbeiten die Altusrieder alle kräftig zusammen. Jeden Mittwochnachmittag treffen sich Freiwillige im Handarbeitsraum der Schule zum Nähen und Bügeln. Schließlich stehen fast 450 Leute bei Robin Hood auf der Bühne. Da müssen Wetzel und ihre Helfer einiges an Stoff verarbeiten.

Gerade vor den Endproben gibt es noch viel zu tun. "Wir schneiden Stoffe für die restlichen Kostüme zu, wir telefonieren rum, um die Leute für die Anprobe her zu bekommen, und nähen dann noch weiter. Außerdem gehen wir zu den Proben, um zu schauen, ob auch auf der Bühne alles passt und wo noch dringend was fehlt", sagt die Kostümbildnerin.

Das Aussehen der Kostüme orientiert sich am Mittelalter, dafür hat Wetzel erst mal gründlich im Internet nach Schnitten und Stoffen recherchiert. "Nach der Recherche habe ich ein eigenes Konzept entwickelt, das sich vom typischen Mittelalter auch ein Stück weit entfernt." Dabei fließen einige mittelalterliche Details mit ein, andere werden der modernen Zeit angepasst. Das ergibt dann eine ganz eigene Mischung, die natürlich auch zu den Freilichtspielen und den Vorstellungen des Regisseurs passen sollen.

Dabei muss Wetzel auch mit den Schauspielern im Team arbeiten. Wenn einer Frau etwa ein Rock zu schwer ist oder eine Bluse zu eng, um etwas Warmes darunter anzuziehen, dann muss eine andere Option her. "Die Leute sollen sich mit den Kostümen zum Schluss auch identifizieren und wohlfühlen können", sagt die 49-Jährige.

Wenn dann am Samtag endlich alles fertig ist, wird Katja Wetzel bei der Premiere des Stücks aber nicht im Publikum sitzen. "Ich werde garantiert irgendwo im Umfeld der Schauspieler sein, mit einem Glas Wein vor mir, und froh sein, wenn alle angezogen sind." Einen Tag später geht's für die Kostümbildnerin dann schon wieder ans andere Ende von Deutschland, für das nächste Projekt.

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