Altusrieder Freilichtspiele
Special Altusrieder Freilichtspiele SPECIAL

Robin Hood
Doppeltes Spiel auf der Freilichtbühne in Altusried

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'Hängt sie auf den höchsten Turm von Nottingham, damit jeder sieht, dass in diesem Land Gerechtigkeit herrscht.' Dies fordert der Earl of Nottingham von 'Robin Hood' auf der Altusrieder Freilichtbühne. Sein Machtgefüge bricht zusammen, und jetzt will er blutige Rache an den Aufständischen nehmen.

Sogar seine Tochter Marian würde er opfern, weil sie sich der Zwangsheirat mit einem französischen Grafen nicht beugen will. Christian Kaps brennt vor Begeisterung, wenn er erzählt, wie sich die Tragik am Ende des Spiels immer mehr steigert.

Kaps teilt sich bei Robin Hood die Rolle des Earl of Nottingham mit einem Schauspieler, der weit über Altusried und das Allgäu hinaus bekannt ist: Volker Klüpfel, der Co-Autor der Kluftinger-Krimis. Beide haben sich die 28 Spieltermine so aufgeteilt, dass jeder gleich oft zum Zuge kommt.

Wenn Christian Kaps den Earl spielt, mischt sich Volker Klüpfel unter das Stadtvolk. Wenn Volker Klüpfel den Earl spielt, ist Christian Kaps in der Inspizienz tätig, wo er die Aufführung hinter den Kulissen koordiniert. Kaps sagt, für ihn besitze dieses Doppelspiel einen besonderen Reiz. Weil er ein und dasselbe Stück sowohl auf als auch hinter der Bühne erlebt. Wie Klüpfel sich fühlt, war nicht in Erfahrung zu bringen. Er habe keine Zeit für einen Pressetermin, ließ er ausrichten. Auch telefonisch war er nicht zu erreichen.

Es ist sehr spannend, diesen Charakter zu spielen, sagt Christian Kaps. Für ihn sei diese erste, größere Rolle auf der Freilichtbühne eine ganz neue Herausforderung. Der im wahren Leben ganz offenbar Ruhige, Höfliche, Zuvorkommende zeigt sich nun auf der Bühne als Earl of Nottingham von der hartherzigen, herrschsüchtigen Seite.

Seit 1985 spielt Christian Kaps im Theaterkästle. Dort hat der 43-jährige Altusrieder sechs Stücke selbst inszeniert wie etwa Die Mausefalle von Agatha Christie. 1986 wirkte er erstmals auf der Freilichtbühne mit, als Fanfarenspieler beim Bauernkrieg im Allgäu. Seine Frau Birgit, die nach Altusried gezogen war, hat er übers Theaterspielen kennengelernt. Anfangs seien sie lediglich freundschaftlich verbunden gewesen. Richtig gefunkt habe es 2002 bei Wilhelm Tell, als sie sich beim Schlussapplaus plötzlich um den Hals gefallen sind.

Sohn Jakob ist neun Jahre alt und steht auch schon auf der Bühne. Kaps arbeitet als kaufmännischer Betriebsstellenleiter bei einem Gasnetzbetreiber. Der Beruf, die Familie, sein Amt als Gemeinderat und das Theaterspielen füllen ihn völlig aus. Mehr Hobbys brauch’ ich nicht, sagt Kaps mit gelassener Zufriedenheit.

Die restlichen Vorstellungen von Robin Hood auf der Freilichtbühne sind bereits ausverkauft. An den Abend- und Tageskassen gibt es keine Restkarten mehr. Morgen lesen Sie auf der Seite Allgäu-Kultur eine Bilanz des Freilichtspiels und was in den kommenden Jahren auf dem Programm steht.

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