Narrensitzung
Dietmannsrieder Narrensitzung

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44 Jahre alt und noch immer taufrisch: Auch zum Schnappszahl-Jubiläum landete die Faschingsgesellschaft Dietmannsried (FGD) in ihrer Narrensitzung Freitagnacht einen Kracher nach dem anderen. Mancher Programmpunkt bewegte sich gar auf dem Niveau von TV-Prunksitzungen in Mainz oder Köln. Da war dann auch das Publikum in der vollen Festhalle gefordert: Eine Applaus-Rakete folgte der anderen.

Erst mit den Füßen trampeln, dann auf den Tisch trommeln und in die Hände klatschen und schließlich die Arme mit einem «Huih» in die Luft werfen: Einer der an dem Abend besonders viele Raketen erhält, ist «Gmoindspostbot» Stephan Fackler mit seinem Dorftratsch in Versen. Beispielsweise über Bernd aus Dietmannsried, der in der VIP-Lounge beim Springen in Oberstdorf zu tief ins Glas schaut und dann verhockt. Um zu seiner Frau Gabi auf die Hütte am Alpsee-Skizirkus zu kommen, braucht er nachts unbedingt ein Taxi in Immenstadt. Nach langem Warten glaubt er eines zu sehen, stürmt auf die Straße und zwingt den Wagen zur Vollbremsung. «Doch das Licht am Taxidach war blau» und drinnen saßen gar nicht amüsierte Uniformierte. Zwar entgeht Bernd knapp dem Arrest - aber nicht dem Zorn seiner Frau.

Dorftratsch oder örtliche Prominenz durch den Kakao ziehen - das kommt gut beim Publikum: so auch der «FGD-Expeditions-Chor», der auf der Suche nach der Urkunde ist, die vor 425 Jahren das Dietmannsrieder Marktrecht begründete. Zwar finden sie bei ihrem «Geocaching» die Urkunde nicht. Dafür treffen sie auf einen historischen «Geist», der erst erlöst wird, wenn Dietmannsried schuldenfrei ist. Klar: Da gibts wenig Hoffnung, denn «HaPeKa» (für Bürgermeister Hans-Peter Koch) hat kein Geld, wie der Chor singt: «Eine Mark für HaPe, denn HaPe der ist pleite.» Trotzdem will HaPeKa mindestens ein so großes Fest zur 425-Jahre-Markterhebung wie vor 25 Jahren «der Kurti», wie der Chor weiß. Nur die Dietmannsrieder hat er dafür noch nicht begeistern können.

So folgt ein Kracher auf den anderen: Im Stile eines Michael Mittermeiers begeistert Hofmarschall Stefan Sörgel als Kunde in der Elektroabteilung auf der Suche nach einem kompetenten Berater: «Die sind wie Erdmännchen - wenn sie einen Kunden sehen, verschwinden sie in ihren Löchern.» Oder «FGD-Hausmeister» Stephan Blind, dessen Rundumschlag von den Dietmannsrieder Außenbezirken über Bohlen bis zur Bundes-Angie reicht. Oder «Seniorengolfer» Helmut Demeter, der den Golfsport auf die Schippe nimmt, Staubsaugerpilotin Edith Wahl, die als «Bäuerin einen Mann sucht» und der «Allgäuer Wanderbursch» Kubo Mayr, der sein Lieblingsthema beackert: die Beziehung von Mann und Frau - natürlich aus Sicht des Allgäuer Mannes.

Mischung von Bütt und Show

Dazwischen sorgen Show-Elemente für den richtigen Ausgleich: Die «Unglaublichen 4» demonstrieren, was man mit acht Löffel und einer perfekten Choreografie zu Wege bringt. Junior- und Seniorchaoten zeigen die lustigsten Auftritte der vergangenen Jahrzehnte. Und die Prinzengarde beweist Vielseitigkeit beim Gardemarsch und einem Evergreen-Showtanz. Dass Dietmannsried da in den nächsten Jahren keine Nachwuchs-Sorgen hat, unterstreichen die Jugendgarde und die FGD-Kids. Dafür noch eine Rakete.

Weitere Narrensitzungen am 3., 4., 5. und 7. März. Beginn 19.30 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr).

 

Einige der Höhepunkte im Viereinhalbstunden-Programm der Narrensitzung der Dietmannsrieder Faschingsgesellschaft: (von links) der Auftritt von Hofmarschall Stefan Sörgel, die «Juniorchaoten» mit ihrer Rückschau auf die lustigsten Vorführungen der vergangenen Jahrzehnte und der «Gmoindspostbot» Stephan Fackler, der reich an Gesten und Mimik den Dorftratsch zum Besten gab.

 

Zeigten, was vier Männer mit acht Löffeln alles zustande bringen: «Die unglaublichen Vier» mit perfekter Choreografie.

 

Ein Faschings-Urgestein in Dietmannsried: «Staubsaugerpilotin» Edith Wahl als Bäuerin auf der Suche nach einem Mann.

 

Eine Garde mit hohem Niveau: die Prinzengarde der FGD beim Gardemarsch. Fotos: Jörg Schollenbruch

 

Sorgte als erste Solo-Nummer für Stimmung: FGD-Hausmeister Stephan Blind.

 

«Seniorgolfer» Helmut Demeter, der zwar den Golf-Boom nicht verpassen will, aber Probleme mit den Regeln hat: «Ich habe kein Handicap, ich bin bloß ein Allgäuer.»

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