Special Altusrieder Freilichtspiele SPECIAL
Altusrieder Freilichtspiele

Video-Reportage
Altusrieder Freilichtspiele: Beeindruckende Live-Musik aus dem Bunker

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Schön ist es nicht, hier im Keller. Dafür beengt. Dicht gedrängt sitzen die über 30 Musiker aneinander - manche mussten auf eine Empore ausgelagert werden. Man denkt unweigerlich an die Redensart Hühner auf der Stange. Warum der Komplex unter der Tribüne von den Altusriedern Bunker genannt wird, ist wirklich kein Geheimnis.

Und trotz der Widrigkeiten: Hier entsteht die imposante musikalische Untermalung für "Robin Hood". Jeden Spieltag aufs Neue live. Wir haben Gertrud Hiemer-Haslach und die Musiker bei einer Probe mit der Videokamera belgeitet.

"Moment! Stopp, noch einmal von vorn bitte", sagt Dirigentin Gertrud Hiemer-Haslach nach ein paar Tönen der Querflöten. Irgendetwas scheint ihr nicht gepasst zu haben. Der Laie fragt sich in dem Moment, welche Disharmonie die 42-Jährige da gehört haben könnte.

"Wir müssen noch einmal die Instrumente stimmen." Sie spricht laut (schließlich müssen auch die Trommler auf der Empore hören, was sie sagt), resolut aber freundlich. Man merkt: Sie will den Zuschauern der Freilichtspiele die perfekte Musik zum Theater-Erlebnis bieten.

Wieder von vorn also: Erst die Querflöte, dann die Bläser, die Harfe setzt ein. Spielen die Musiker, vibriert der ganze "Bunker". Dumpfe Schläge auf der großen Trommel - die Flöten klingen grell und laut. Etwa 50 Meter über dem Kellergewölbe mischt ein Techniker die Klänge in die beeindruckende Musik, die die Zuschauer hören.

Jedes Instrument ist mindestens doppelt besetzt

Insgesamt arbeiten über 70 Musiker an der Altusrieder Freilichtbühne. Es sind Laien-Musiker, Freiwillige, die hier spielen. Deshalb "muss jedes Instrument doppelt, sogar besser noch dreifach besetzt sein. Es kann immer sein, dass es zu Terminschwierigkeiten kommt oder mal jemand krank wird", sagt Gertrud Hiemer-Haslach. Die ausgebildete Sängerin und Gesangstrainerin arbeitete 2013 bei "Don Quijote" und jetzt bei "Robin Hood" an Freilichtbühne als musikalische Gesamtleitung. Wichtig ist ihr vor allem, die Musiker "von den Fähigkeiten her auf ein Level" zu bekommen. Daran muss sich wiederum der Komponist Rainer Bartesch orientieren.

Für die 42-jährige Dirigentin bedeutet das: enormen organisatorischen Aufwand, zahllose Proben, hunderte Mails und Telefonate mit dem Komponisten und dem Regisseur <span class=st>Dominik von Gunten</span>. Lohnt sich der Aufwand? Muss es denn live sein? "Ja!", sagt Gertrud Hiemer-Haslach bestimmt. "Gerade im Theater ist Livemusik besonders wichtig. Wir müssen die Einsätze perfekt abstimmen und sehen, wie weit die Darsteller sind." Eine Szene kann von Spieltag zu Spieltag immer etwas anders aussehen, ein anderes Timing haben. "Das geht nicht mit Musik vom Band."

Der Chor im "Bunker"

Im "Bunker" (ein Spitzname, über den Gertrud Hiemer-Haslach übrigens nur sagt: "Klingt nicht besonders charmant...") läuft gerade die Probe zum großen Finale. Die Sänger schmettern "... wir sind bereit, für eine neue Zeit", die Trommeln und Bläser stimmen mit ein und mit einem "Ruck" beendet die Dirigentin das Stück. Eigentlich fehlt jetzt nur noch der Applaus des Publikums.

Autor:

Stephan Michalik aus Kempten

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