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Altusrieder Freilichtspiele

Bühne
Altusrieder Freilichtspiele: Mit Robin Hood-Darsteller Sebastian Heerwart hinter den Kulissen

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  • Foto: Larissa Pucher
  • hochgeladen von Anna Hatt

Wenn sich der imaginäre Vorhang der Altusrieder Freilichtbühne öffnet, heißt das für die Zuschauer von Robin Hood zurücklehnen und die Vorstellung genießen. Von dem, was währenddessen hinter der Bühne geschieht, bekommt das Publikum nichts mit: Rund 500 Leute wirken hier zusammen, damit das Theaterstück gelingt.

"Das Schöne bei so großen Inszenierungen ist, dass jeder gleich ist." So spricht Sebastian Heerwart von seiner Altusrieder "Theaterfamilie". Der 37-Jährige verkörpert die Rolle, um die sich in Altusried in diesem Sommer alles dreht: Robin Hood. Aber er weiß: Jeder einzelne Mitwirkende am Stück trägt zum Erfolg bei, egal ob Sprechrolle oder Statist.

Schon ein paar Stunden vor der Aufführung kehrt in den Katakomben der Freilichtbühne Leben ein. Hauptdarsteller Heerwart ist immer gern früh im Theater. Um runter zu kommen und die Ruhe zu genießen, wie er sagt. Ein festes Ritual hat er vor den Aufführungen nicht.

Vor der Vorstellung geht er lieber noch einen Schluck Kaffee trinken. In der sogenannten Spielerhütte nahe der Spielfläche können sich die Darsteller noch einmal für den anstehenden Auftritt stärken. Dort gibt es Kaffee und Kuchen und Fleisch vom Grill.

Bis zum Einlass, eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn, heißt es aber für alle Darsteller: und, je nach Rolle, ab in die Maske. Während sich manche vor Ort umziehen, kommen viele bereits im Bühnenoutfit an. Auch die Wetterprognosen beschäftigen die Schauspieler auf der Freilichtbühne im Vorfeld natürlich: Eventuell ist der Boden nass und rutschig. Empfindliche Requisiten müssen die Darsteller zum Teil selbst entsprechend präparieren, damit sie nicht nass zu werden.

Manche drücken zehn Sekunden vor dem Auftritt noch ihre Zigarette aus

Je näher die Aufführung rückt, desto voller wird es auch hinter der Bühne. Frauen, Männer, Kinder machen sich für das Markttreiben (erste Szene) bereit. Manche sprechen oder singen sich ein, gehen Choreografien und Kämpfe noch einmal durch, Soldaten üben den Gleichschritt. . Kutschen und Reiter warten auf ihren Auftritt.

Mit dem Lampenfieber gehen seine Spielkollegen laut Sebastian Heerwart ganz unterschiedlich um: "Manche brauchen einen Kaffee, andere müssen fünf Minuten vorher ganz für sich sein, gehen den Text durch und wollen nicht gestört werden. Wieder andere drücken zehn Sekunden vor dem Auftritt noch die Zigarette aus."

Er selbst schätzt die Aufregung vor dem Spiel, geht mit einer "gewissen Demut" an die Sache heran: "Routine und Sicherheit auf der Bühne sind ganz gefährlich." Gerade bei Kämpfen gegen wechselnde Partner, wenn zum Beispiel eine Rolle doppelt besetzt ist, muss sich Sebastian Heerwart immer wieder neu auf sein Gegenüber einstellen. "Das kann kann man nicht abspeichern." Je nach Schrittlänge und Reichweite des Gegners muss Sebastian Heerwart reagieren und hoch konzentriert bei der Sache sein.

Lange Wege und schnelle Wechsel: Hektik hinter der Bühne

Das Treiben hinter der Bühne ist während der Vorstellung nicht mit einem normalen Stadttheater zu vergleichen, erklärt Heerwart. Treten Figuren an einer anderen Stelle der Bühne wieder auf, müssen die Schauspieler oft lange Wege zurücklegen. Da kommt es hinter der Bühne schon manchmal zu ganzen Menschenströmen, auch mit Gegenverkehr.

Für die 50 Sprechrollen stehen außerdem nur 40 Mikrofone zur Verfügung. In den Pausen und Szenen-Wechseln bedeutet das im Technikraum oft Hektik: Innerhalb von Sekunden müssen die Darsteller hier Mikro und Sender anlegen, um dann so schnell wie möglich wieder auf der Bühne zu stehen.

Ist die Aufführung dann geschafft, geht es hinter der Bühne immer noch "hoch her". "In der Kabine versuchen alle aus ihren, leider meist nassen, Klamotten rauszukommen", erzählt Heerwart. Dann geht es zurück in die Spielerhütte, zum Essen und Trinken und machmal auch zum Feiern.

So viel die Freilichtspiele auch von den Mitwirkenden fordern, die Gemeinschaft wird in Altusried groß geschrieben. Oder in den Worten von Sebastian Heerwart: "Es ist auf jeden Fall ein geselliger Sommer."

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