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Artikel: Wenn Azubis bei Azubis schnuppern

22. November 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Rotes Kreuz Lehrlinge aus anderen Bereichen erhalten Einblick ins Berufsbild des Altenpflegers

Füssen/Ostallgäu | ff | Ältere Menschen füttern, ihnen die Zähne putzen, sie baden oder ihnen in den Rollstuhl helfen: Selbst für Altenpflege-Azubis ist das anfangs keine leichte Aufgabe. Um anderen Rot-Kreuz-Lehrlingen Einblick in dieses Berufsbild zu bieten, widmete sich der dritteTag der Auszubildendender Ostallgäuer Rotkreuz-Lehrlinge ausschließlich der Altenpflege. Er fand landkreisweit im Seniorenheim St. Michael in Füssen statt.

Über den eigenen Tellerrand blicken, Verständnis für andere entwickeln: Zu diesem Zweck trafen sich Azubis der Bereiche Rettungsdienst, Hauswirtschaft, Küche, Verwaltung und Heilerziehung. Gestartet wurde theoretisch - mit einem Film über Begründer Henry Dunant. Auch über die sieben Grundsätze des Roten Kreuzes (Infokasten) wurde diskutiert.

"Es ist schon komisch - aber wenn ich später mal nicht mehr selber essen kann, hilft es ja nichts", sagt Hauswirtschafts-Azubi Stefanie Sturm. Im Rollenspiel konnte sie testen, was es heißt, einen hilfsbedürftigen Menschen zu füttern - und wurde später selbst gefüttert.

Selbsterfahrung in der Pflege

Auch für Zehra Syed (Bürokauffrau-Azubi) ist es keine leichte Aufgabe: Sie soll mit einem Badelifter Hauswirtschaftsleiterin Steffi Linke vorsichtig in die Wanne befördern: "Beim ersten Mal ist es ziemlich ungewohnt", sagt sie und ist bemüht, die Ausbilderin möglichst behutsam anzufassen - was ihr auch gelingt. "Manche sträuben sich gegen den Lift, andere wollen den ganzen Tag hoch und runterfahren", erklärt Azubi Jessica Lipp, die die Betreuung dieser Station übernommen hat.

"Die Auszubildenden sollen wissen, was der andere macht", erläutert Rot-Kreuz-Personalleiter Werner Ehrmanntraut den Hintergrund des dritten Azubi-Tages. Mit den vier Stationen (Badelifter, Essen eingeben, Aufstehhilfe, gegenseitig Zähne putzen) gab es nun einen Überblick.

Und dabei lernten die jungen Rot-Kreuzler fürs Leben, nicht für die Schule: "Es war spannend über den eigenen Tellerrand zu sehen - aber auch, was einen später mal erwartet", lautet das Resümee von Ulla Hopfinger, die gerade ihre Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert.