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Artikel: Trotz Herbstkälte für Holzarbeit erwärmt

17. September 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung
vitalis held

Baschtlehausverein Rund 1000 Besucher bekommen Einblick in alte und neue Technik

Ebenhofen | kg | Den Tag des offenen Denkmals beging der Baschtlehausverein Ebenhofen auf seine Art: Mit einem Holztag blickte er in die Vergangenheit zurück und demonstrierte mit allerlei Maschinen und Gerätschaften die Be- und Verarbeitung von Holz. Moderne Maschinen ermöglichten aber auch einen Blick auf die gegenwärtige Technik.

Trotz kühler Temperaturen fanden annähernd 1000 Besucher aus nah und fern den Weg nach Ebenhofen und waren Umfragen zufolge überrascht und beeindruckt, was Heinrich Maul und sein Helferteam alles organisiert und umgesetzt hatten. Ein Aktionstag, der alte Techniken und Bräuche erlebbar macht, hat neben den laufenden Ausstellungen im Heimatmuseum Tradition beim Förderverein. Themen der vergangenen Jahre waren Heiraten und das Feuerlöschwesen.

Am Sonntagnachmittag zogen, voran die Musikkapelle Ebenhofen, etwas mehr als 30 Gespanne mit Oldtimer-Traktoren durch die Schwabenstraße zum Gelände an der Schule, wo hernach reges Treiben herrschte. Dort wurde demonstriert, wie früher im Wald die Baumstämme auf Fuhrwerke verladen und abtransportiert wurden.

Schäffler und Küfer

Die verschiedensten Handwerker zeigten, wie früher Balken gehauen und Bretter gesägt wurden, wie ein Wagner Wagenräder machte, wie Wasserrohre und Dachrinnen aus Holz gebohrt und gehauen wurden. Das jüngste Mitglied des Fördervereins betrieb mit dem Fuß eine Drechselbank. In Betrieb war aber auch eine Wippdrechselbank. Schäffler und Küfer waren am werkeln, ein Deichselbohrer und Rundstangen-Drechsler wurden betrieben.

Aufmerksamkeit fand auch die Sammlung von alten Motorsägen, die sich zwei junge Biessenhofener angelegt haben. Deren Funktion führten sie den neugierigen Besuchern vor.

Doch angesichts steigender Energiepreise und der damit bestehende Trend, Holz als Heizmaterial einzusetzen, bestand auch reges Interesse an modernen Holzverarbeitungsmaschinen wie Sägen, Spalter und Häcksler. Beachtung fanden hierbei vor allem von echten schwäbischen Mächlern selbst entwickelte und gebaute Maschinen wie ein Schwerholz-Spalter und Revolver-Schneider mit denen rationell ofenfertige Scheite fabriziert werden konnten.

Die moderne Technik bis hin zum Häckseln demonstrierte ein Prozessor-Vollernter. So wurde deutlich, wie moderne Technik den früheren teils mühevollen Umgang mit dem Holz verdrängte. Für Speis und Trank war auch einiges geboten. In der Pausenhalle der Grundschule konnte man sich bei Kaffee und Kuchen etwas aufwärmen.