Mobilfunk Ein im Blaichacher Gemeinderat vorgestelltes Gutachten sagt, dass Handymasten im Ort ungefährlich sind">

Artikel: Strahlenbelastung weit unter den Grenzwerten

18. November 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Mobilfunk Ein im Blaichacher Gemeinderat vorgestelltes Gutachten sagt, dass Handymasten im Ort ungefährlich sind

Blaichachl mbä lWelche elektromagnetische Strahlung geht von einer Mobilfunk-Basisstation im Blaichacher Ortsteil Ettensberg aus? Dies war Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Diplom-Ingenieur Robert Mayr vom Zentrum für angewandte Messtechnik der Memmingen-GmbH (ZAMM) stellte Ergebnisse einer von der Gemeinde beauftragten Vorabmessung an acht Punkten im Gemeindegebiet vor. Sein Ergebnis grob zusammengefasst und von Bürgermeister Otto Steiger bestätigt: Keine Gefahren für die Einwohner. Die ermittelten Auswirkungen liegen extrem unter den Grenzwerten.

Bei der Untersuchung ist an zwei Punkten sogar der nur wenige Kilometer entfernte Fernseh- und Rundfunksender Grünten mit seiner Abstrahlung einbezogen worden. Wie sich aus dem Vortrag des Experten vor den Räten ergab, wirkt sich ein Mobilfunk-Sender lediglich in einem Umkreis von 80 bis 100 Metern aus. Die elektromagnetischen Strahlungen des Senders Grünten fallen nach Angaben des Ingenieurs wesentlich höher aus. Im Vergleich zu typischen Messwerten anderer Gebiete liegt die Gemeinde Blaichach mit Messdaten zwischen 0,13 bis 1,4 Prozent des zulässigen Grenzwerts weit unter dem Limit.

Schnurlose Telefone strahlen stärker

Lediglich am Osterberg, den ein Mobilfunk-Betreiber ursprünglich als Standort für einen Sender auserkoren und gegen den sich erheblicher Widerstand unter Anwohnern entwickelt hatte (wir berichteten), liegen die Messwerte mit 3,2 und 4,2 Prozent des zulässigen Grenzwerts geringfügig höher. Von gängigen elektronischen Geräten, etwa von Handys oder schnurlosen Telefonen, so Robert Mayr, gehe eine deutlich höhere Strahlung aus.

Dennoch wertete es Bürgermeister Steiger als "Erfolg", dass der ursprünglich geplante Antennen-Standort am Osterberg abgewendet worden sei. Der Rathaus-Chef stellte abschließend fest, dass die Bevölkerung aufgrund der jetzt ermittelten Ergebnisse beruhigt sein könne. Weitere Messungen sind gleichwohl vorgesehen. Sie sollen bis Jahresende aufzeigen, wie sich ein alternativer Handynetz-Sender am Trinkwasserhochbehälter auswirkt.

Um in Zukunft noch besser auf Standortvorschläge von Mobilfunk-Betreibern einwirken zu können, hat zudem das Umweltinstitut München ein Gutachten erstellt und dabei nach Beeinträchtigungen durch Sendeanlagen geforscht. Diplom-Ingenieur Hans Ulrich Raithel nahm verschiedene Punkte im Gemeindegebiet unter die Lupe.

Diese eventuellen Standorte, die einen großen Abstand zur Wohnbebauung aufweisen, haben nach Angaben des Fachmanns strahlentechnisch geringe oder sogar überhaupt keine Auswirkungen auf die Anwohner.