Artikel: Neues Konzept für Wartehäuschen

15. Januar 2003 20:30 Uhr von Allgäuer Zeitung

Werbung nicht mehr verpönt

Kaufbeuren (rm). - In Zeiten leerer Kassen sind Sparmaßnahmen gefragt. Dies erkannte der Verwaltungsausschuss in seinen Haushaltsberatungen und machte den ersten Schritt auf ein neues Konzept für die Buswartehäuschen in der Stadt zu. Statt der teuren Siegermodelle aus dem Architektenwettbewerb von 1997 sind plötzlich auch wieder die wesentlich günstigeren und bisher verpönten Unterstellmöglichkeiten der Deutschen Städte Medien Gmb H (DMS) denkbar. Den Stein ins Rollen für dieses Umdenken brachte Karl-Georg Bauernfeind (CSU), der beantragt hatte, erneut Verträge mit der deutschen Städtereklame zu schließen. Außerdem hatte Bauernfeind bereits im Oktober kritisiert, dass die neuen Häuschen viel zu teuer seien. Die Verwaltung hielt damals noch dagegen und verwies auf den Architektenwettbewerb zum Busbahnhof von 1997. Ein einheitliches Erscheinungsbild der Häuschen sollte demnach unverwechselbar an das 'zukunftsorientierte Projekt Kaufbeurer Stadtbus erinnern und den Kunden entsprechenden Komfort bieten'. Bisher wurden 15 der neuen Konstruktionen für 220000 Euro aufgestellt.

Insgesamt vorgesehen waren einmal 66. Allein für demnächst anstehende elf weitere Häuschen hätte die Stadt 155000 Euro in den Haushalt aufnehmen müssen. Aufgrund der schlechten Haushaltslage fand es die Stadtkämmerei nun 'durchaus überlegenswert', neu mit der DSM zu verhandeln. Sie allein darf in Kaufbeuren alle Werbemöglichkeiten auf städtischem Grund und Boden nutzen. Dazu gehörte bis 1997 auch das Recht, Buswartehäuschen aufzustellen und diese für Werbezwecke zu nutzen. Aus der damaligen Vereinbarung, die die Stadt zum 31. Dezember 1997 gekündigt hat, stehen bislang noch acht Häuschen. Nun könnten bald weitere neu hinzukommen. Oberbürgermeister Andreas Knie jedenfalls schlug im Verwaltungsausschuss vor, zunächst eine Bestandsaufnahme zu machen, wo welche Häuschen stehen und dann zu entscheiden, wo künftig welche stehen sollen. So möchte Knie einen 'Fleckerlteppich' vermeiden und zugleich Geld sparen. Damit waren alle Räte einverstanden.