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Artikel: Kein Kiesabbau "Am Widumweg"

13. November 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Ruderatshofen Bauunternehmen zieht Antrag zurück - Erleichterung bei Anwohnern

Ruderatshofen | bs | Die Erleichterung bei der Interessengemeinschaft gegen den Kiesabbau "Am Widumweg" ist groß: Den Kiesabbau wird es zumindest an dieser Stelle in Ruderatshofen nicht geben. Das örtliche Bauunternehmen, das den auf 15 Jahre angelegten Kiesabbau geplant hatte, hat seinen Antrag gegenüber der Gemeinde schriftlich zurückgezogen. Das gab Bürgermeister Johann Stich vor vielen Zuhörern bei der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt.

Rat Hubert Schmölz hakt noch nach

Das Thema war damit allerdings noch nicht gegessen, denn Rat Hubert Schmölz hakte noch nach. Ihm habe das Flugblatt, das die Anwohner aus Protest in der Gemeinde verteilt hatten, ganz und gar nicht gefallen. Die Argumente "höhere Lärm- und Staubbelästigung", "mehr Lkw-Verkehr" und dadurch "verminderte Lebensqualität" wollte er so "nicht gelten" lassen. Der in der Gemeinde meist herrschende Wind würde sowohl Lärm als auch Staub in die andere Richtung, also weg vom Wohngebiet tragen, meinte Schmölz. Und wenn die Argumente nicht zählten, frage er sich, ob nicht "Neid und Missgunst" die Beweggründe für den Protest der Anwohner gegen den Kiesabbau seien. Mit seinen Ausführungen sorgte Schmölz für einiges Kopfschütteln und auch Zwischenrufe im Saal.

Bürgermeister Stich versuchte, die Wogen sogleich zu glätten. "Ich habe es nicht so empfunden, dass der Kiesabbau grundsätzlich verhindert werden wollte, sondern lediglich an dieser Stelle", betonte der Rathauschef. Die Anlieger hätten seiner Ansicht nach kein Problem mit dem Antragsteller gehabt. Außerdem habe man in den vergangenen Wochen "immer fair diskutiert und mit nichts hinter dem Berg gehalten", so Stich.

Gemeinderat Rainer Hempe fragte sich lautstark, warum man überhaupt noch diskutiere: "Der Antrag ist zurückgezogen und fertig." Man solle nun nicht noch einen Scherbenhaufen anrichten. Rat Wolfgang Halbritter schlug vor, in den nächsten Wochen eine Konzentrationsfläche auszuweisen, um dieses "Problem in Zukunft schon mal nicht zu haben".