Artikel: In Weiler geht´s zu wie am Nockherberg

17. Dezember 2002 20:30 Uhr von Allgäuer Zeitung

'Wasemooslätsche' und 'Rheima-Riders-Hausband' in der Postbrauerei Weiler im Allgäu Auf einen 'besinnlichen' Adventsabend wies in der mit über 400 Personen voll besetzten Halle der Postbrauerei Weiler nichts hin. Angesichts der Auftritte der 'Rheima-Riders-Hausband' und der 'Wasemooslätsche' schienen auch Zweifel angebracht. Und in der Tat entpuppte sich der Abend als Mischung aus Schunkelmusik und Kabarett..

Für zünftige Blasmusik sorgte die 'Mukasi' - eine kleine aber gute Besetzung der Musikkapelle Simmerberg. Die Auftritte der 'Rheima-Riders-Hausband' mit Erwin Feurle und Peter Kirchmeier und der 'Wasemooslätsche' Klaus Malek und Helmut Wiedemann geschahen zwar vor einem Nikolausbild mit den Figuren des Zeichners Uli Stein, aber das war zunächst auch alles, was auf 'an besinnlichen Advent "-Obed' hinwies. Mit deftigen Texten, lustigen Sprüchen und Witzen unterhielten die Entertainer in gekonnter Weise. Sehr zur Gaudi des Publikums wurden viele bekannte Persönlichkeiten aufs Korn genommen. Vom 'Goscheschlosser' (Zahnarzt) bis zum Metzger, vom Motorradfreak bis zum Bürgermeister bekamen alle ihr Fett weg. Fast konnte man sich auf den Nockherberg beim Starkbieranstich versetzt fühlen, wo auch Prominente zur Zielscheibe kabarettistischer Einlagen werden. Hier wie dort mag gelten, dass es eine Ehre ist, überhaupt erwähnt zu werden. An diesem Abend kamen viele Westallgäuer zu dieser Ehre. Was die Kabarettisten an Material zusammengetragen und in Verse und Lieder gepackt haben, war erstaunlich und bewundernswert. Auch wenn die Finger auf so manche schwache Stelle gelegt wurden, so waren die Anspielungen doch nie bösartig und jeder der Anwesenden hatte Gelegenheit zu zeigen, dass Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Viel gelacht wurde unter anderem über die Golfsocken des Bürgermeisters - die mit den 18 Löchern - oder die Auszeichnung '25 Jahre Gelbwurst', bei der erstaunt festgestellt wurde 'dass ma di no esse ka.' Es war ein vergnüglicher Abend, mit dem Brauereichef Herbert Zinth zufrieden sein konnte. Dass man diesen Abend ausgerechnet in die trotz aller Hektik doch als 'besinnliche Zeit' geltenden Adventswochen gelegt hat, mag viele verwundert haben. Besser hätte er in die Faschingszeit gepasst.