Besuche: Immenstädter Jugendliche sorgen sich um die Städtepartnerschaft mit dem französischen Lillebonne

28. Juni 2011 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung
SAbine Metzger

Schüler wollen, dass beim Austausch alles so bleibt, wie es ist

An Ostern war eine Gruppe Jugendlicher aus Lillebonne in Immenstadt zu Gast, im August findet der Gegenbesuch in der Normandie statt. Die Jugendlichen freuen sich schon sehr, die Freunde aus Frankreich wiederzusehen - und haben gleichzeitig Sorge, dass es die Städtepartnerschaft Lillebonne-Immenstadt nicht mehr lange geben wird. Von der Stadt werde zu wenig getan, um die deutsch-französische Freundschaft am Leben zu erhalten, kritisieren sie. "Wir wollen, dass es so bleibt, wie es ist", betonen sie. Um ihre Forderungen öffentlich zu machen, haben sich die Schüler von sich aus an das Allgäuer Anzeigeblatt gewandt.

Die Vorfreude auf den Besuch in Lillebonne ist groß. >, meint Franziska Jörg (16). Sie wird im August zum ersten Mal nach Lillebonne fahren. Simone Sinz (17) dagegen ist schon zum dritten Mal dabei. >, sagt sie. Das sei ihr wichtig. Auch Simon Nigg (16) freut sich auf die Franzosen aus Lillebonne, mit denen er zehn Tage an Ostern in Immenstadt verbracht hat. Er findet es aber auch gut, dass zu der deutschen Austauschgruppe Jugendliche aller Immenstädter Schulen gehören. Durch die gemeinsame Reise sei man mit Gleichaltrigen zusammen, zu denen man sonst nicht so viel Kontakt hat.

Eine andere Sprache und eine neue Kultur kennenzulernen, ist Tobias Klöpf (14) wichtig. Natürlich sei es im Zeitalter des Internets möglich, über Grenzen hinweg in Kontakt zu bleiben. Man könne Emails schreiben oder sich über Facebook austauschen. Aber das sei ja wohl kein Vergleich zu einem Besuchsprogramm, bei dem man zehn Tage zusammen verbringt und gemeinsam Ausflüge unternimmt, davon sind die Jugendlichen überzeugt.

Gerade richtig

Mitfahren wird auch Tim von Robakowski. Für ihn steht das Sprachelernen nicht im Vordergrund -seine Mutter ist Französin und Tim ist zweisprachig aufgewachsen. Er möchte mit den Jugendlichen aus Lillebonne >. Dazu sei ein Austauschprogramm ideal. Auch vom Finanziellen her. Ein Austausch sei keine Klassenfahrt und kein Familienurlaub, sondern genau das Richtige für Leute in ihrem Alter, meinen die Jugendlichen.

>, fügt Franziska hinzu.

Um herauszufinden, wie die Städtepartnerschaft künftig gestaltet werden soll, hat die Stadtverwaltung an den Schulen Fragebögen verteilt (wir berichteten). >, sagen die Jugendlichen. Die Unterlagen seien offenbar nur für die Lehrer bestimmt.

Und was ist mit der Alternative Auslandsjahr statt Austauschprogramm, die Bürgermeister Armin Schaupp ins Gespräch gebracht hat? Die Jugendlichen sind da eher skeptisch. Wer ein Jahr im Ausland plant, um eine Sprache perfekt zu lernen, wende sich an Organisationen, die entsprechende Programme anbieten. Aufenthalte, die über ein halbes Jahr oder mehr gehen, können sich die Jugendlichen ohnehin nur schwer vorstellen.

>, meinen sie.