Artikel: Für Gäste beginnt neues Service-Zeitalter

17. Dezember 2002 20:30 Uhr von Allgäuer Zeitung

Allgäu-Walser-Card jetzt im Oberallgäu auf dem Markt - Kaiser: Sind anderen um Meilen voraus

Von Ulrich Weigel, Oberallgäu - Da strahlen Tourismus-Profis und Polit-Strategen: Nach jahrelangen Vorbereitungen, Diskussionen und technischen Hindernissen ist die 'Allgäu-Walser-Card' auf dem Markt. Die elektronische Gästekarte soll ein neues Service-Zeitalter einläuten und mit mehr Qualität Urlauber an die Region binden. 'Oberallgäu und Kleinwalsertal sind anderen Urlaubsregionen um Meilen voraus', so Landrat Gebhard Kaiser gestern bei einer Präsentation in Bad Hindelang. Die Allgäu-Walser-Card verknüpft Angebote des früheren Oberallgäu-SPass und der Papier-Gästekarte mit elektronischer Gästemeldung und Ermäßigungen. Urlauber können sich sogar Kassenschlangen ersparen, da die Karte mit aufgebuchtem Ticket sogar manches Drehkreuz an Skiliften öffnet. Zudem vereinen 'Pakete' allerlei Angebote. 'Winterwandern plus' bietet etwa zu Sonderpreisen Lifttickets samt Eintritten in Museen und Bäder. Diese Pakete laufen ab 21. Dezember, zum Start der Wintersaison. Ein weiteres Angebot verbindet Skilifte von Immenstadt bis Oberstaufen, ein anderes bietet Rodelspaß in Bad Hindelang. Weiter können Urlauber Tages- und Wochen-Tickets für den Öffentlichen Nahverkehr aufbuchen lassen. Und rund 60 Händler geben Rabatte oder ein kleines Präsent. Eduard Waibel, Geschäftsführer der 'Oberallgäu Tourismus Service Gmb H' (OATS), erwartet, dass im Lauf des Winters noch etliche Händler auf den Zug aufspringen.

Die Werbung für Geschäfte laufe vor allem über das Partner-Logo im Schaufenster. Die von der OATS initiierten Pakete sollen nur der Anfang sein. 'Wir haben die Autobahn gebaut und fünf Busse darauf gestellt', so Waibel. Künftig könnten Unternehmen die Allgäu-Walser-Card als eigenes Verkaufs- und Vertriebsnetz nutzen. Für einen vorsichtigen Start sind im Dezember nur die Gemeinden Bad Hindelang, Fischen, Oberstaufen und Oberstdorf sowie das Kleinwalsertal dabei. Die restlichen Orte folgen bis Frühjahr. Daher gelten übergangsweise auch noch die alten Papierkarten. Bereits jetzt sind rund 3800 Betriebe ans System angeschlossen und es wurden fast 100000 Chipkarten ausgegeben. Bis April will Peter Heinz, Geschäftsführer der für die Technik verantwortlichen Firma Wilken (Ulm), 11000 Terminals installiert wissen. Ab Mai soll es die Allgäu-Walser-Card zudem als 'Bürgerkarte' für Einheimische geben. 'Wir überschreiten die Schwelle in ein neues Zeitalter', würdigte gestern Bürgermeister Werner Strohmaier (Riezlern) die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Erstmals stehe der Kunde allein im Mittelpunkt, betonte Augustin Kröll, Geschäftsführer der Fell- und Nebelhornbahn. Die Tourismus-Anbieter müssten nun das Netzwerk nutzen und Angebote schaffen. Jetzt erfahre man, was Urlauber wollen und wo ihre Schwerpunkte liegen, sagte Landtagsabgeordneter Alfons Zeller, der sich für Fördermittel von Freistaat und EU stark gemacht hatte.