Infoveranstaltung Bund Deutscher Milchviehhalter schließt neuen Streik nicht aus - Vorwurf: Politik ist wortbrüchig">

Artikel: Entschlossen im Kampf um höheren Milchpreis

27. November 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Infoveranstaltung Bund Deutscher Milchviehhalter schließt neuen Streik nicht aus - Vorwurf: Politik ist wortbrüchig

Ostallgäu | bs | Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) gibt sich im Streit um den Milchpreis weiterhin kämpferisch und schließt einen neuen Milchstreik im kommenden Jahr nicht aus. Das machte Engelbert Vogler, Ostallgäuer Kreisvorsitzender des BDM, am Dienstagabend bei einer gut besuchten Infoveranstaltung für die Ostallgäuer Milchbauern in Wald deutlich.

"Wir als BDM haben beim Milchgipfel eine Klatsche bekommen", stellte Vogler fest. Die Politik sei wortbrüchig geworden und habe sich nicht an die Abmachungen des Gipfels im Juli gehalten. Im Bundesrat war vor Kurzem beschlossen worden, den "Umrechnungsfaktor" - ein Liter Milch wird demnach weiterhin mit 1,02 Kilo abgerechnet - beizubehalten. Zudem wird auch in Zukunft die "Bundes- und Molkereisaldierung" so gehandhabt wie bisher. Der BDM hatte sich für eine Abschaffung der Saldierung eingesetzt.

Man sei mit den Forderungen gescheitert, sagte Vogler, der die Arbeit von einem halben Jahr damit zunichtegemacht sieht. "Die Politik hat sich gegen uns Milchbauern und für die Forderungen des Deutschen Bauernverbandes entschieden.

" Momentan sei man auf dem Milchmarkt am Beginn einer Entwicklung, die "im Desaster enden könnte". Der Kreisvorsitzende befürchtet nicht nur einen Einbruch des Milchpreises, sondern auch eine erneute Bevorratung von Butter und Magermilch. Dies könnte laut Vogler dazu führen, dass bei einem Anziehen des Milchpreises zuerst diese Waren auf den Markt kommen und damit den Milchpreis wieder verderben. Außerdem könnten sowohl die Milchquote als auch die Bauernhöfe an Wert verlieren. Als Konsequenz würde die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum sinken, prophezeite Vogler.

Der Milchstreik in diesem Jahr, so Vogler, sei "unausweichlich und erfolgreich" gewesen. "Wir haben damit viel bewiesen und gezeigt", meinte Vogler. Allerdings habe man die Ziele nicht erreicht und müsse daraus Lehren ziehen. Als Konsequenz schloss Vogler auch einen erneuten Milchstreik im kommenden Jahr nicht aus. "Wir werden jetzt nicht aufgeben, sondern entschlossen weitermachen", meinte Vogler kämpferisch. Man habe eine große Schlacht, aber nicht den Krieg verloren, fügte er hinzu. Eine der ersten Konsequenzen soll laut Vogler die Verstärkung des Erscheinungsbildes nach außen werden. Beispielsweise soll "Faironika", ein Symbol des BDM-Kampfes um den Milchpreis, in Zukunft wieder forciert werden.

24 Cent pro Liter Milch?

Hans-Jörg Fichtl berichtete den Milchbauern als Delegierter von der BDM-Bundesversammlung. Dort wurde die Befürchtung geäußert, der Milchpreis könne auf 24 Cent je Kilo sinken. Der Milchstreik sei momentan kein Thema, aber "im kommenden Jahr eventuell schon".