Artikel: Energiespar-Zuschüsse: Oft bleibt es beim Antrag

11. Dezember 2002 20:30 Uhr von Allgäuer Zeitung

Im Jahr 2002 bislang knapp 8000 Euro ausbezahlt

Marktoberdorf (rel). - Eigentlich sollte man glauben, Hausbesitzer seien höchst interessiert an Zuschüssen für Energiesparmaßnahmen an ihrem Wohnbesitz. Für diese Annahme sprechen auch die 57 Zuschussanträge, die dieses Jahr hierzu beim Marktoberdorfer Rathaus eingereicht wurden. Geld aus dem Finanztopf des städtischen Umweltprogrammes gibt es freilich nur, wenn hierfür auch die Abrechnungen für die energiesparenden Ein- und Umbauten eingereicht werden. Doch wurden dieses Jahr bislang lediglich für 15 der insgesamt 57 Energiesparvorhaben Abrechnungen vorgelegt. Die Gesamtsumme der ausbezahlten Beträge liegt bei knapp 8000 Euro. Darüber informierte Stadtbaumeister Sauer in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Agendaausschusses. Über die Gründe für die ausgebliebenen Abrechnungen kann nur spekuliert werden. Einer dürfte sein, dass Doppelbezuschussung ausgeschlossen ist. Das heißt, wenn zum Beispiel der Staat einen Zuschuss für umweltfreundliche Ein- oder Umbauten ausbezahlt, darf die Stadt vom Gesetzgeber her nicht noch etwas drauflegen. Andere Gründe für die relativ niedrige Zahl von Abrechnungen könnten sein, dass Umbauvorhaben verschoben oder nicht umgesetzt wurden oder aber die Schlussrechnung erst 2003 erstellt wird. Laut einer Auflistung des Stadtbauamtes wurden in diesem Jahr elf Zuschussanträge für Dämmmaßnahmen bei Altbauten eingereicht. Allerdings folgte nur in einem Fall auch eine Abrechnung. Für diese 'spendierte' die Stadt fast 850 Euro. Besser sieht das Verhältnis bei den Regenwasser-Sickerschächten aus: Dazu erreichten das Rathaus fünf Anträge und auch fünf Abrechnungen (Gesamtzuschuss: 2300 Euro). 23 Antragsteller haben Pufferspeicher installiert, davon belegten neun die Investition mit Rechnungen. Dafür gab es 4800 Euro Zuschüsse. Für den Bau von Regennutzungsanlagen wurden drei Anträge gestellt - aber keine einzige Abrechnung liegt im Rathaus vor. Fehlanzeigen unter anderem auch bei Blockheizkraftwerken (zwei Anträge), bei Umstellungen von Elektroheizungen (3 Anträge) bei der Umrüstung von Pkw-Dieselmotoren auf Pflanzenölbetrieb (1 Antrag). Im kommenden Jahr soll der Zuschusstopf für umweltfreundliche Maßnahmen erneut mit 50000 Euro gefüllt werden. Dafür sprach sich Bürgermeister Werner Himmer in der Ausschusssitzung aus und fand damit Zustimmung bei Umweltreferent Manfred Eigler (BP), aber auch bei anderen Mitgliedern des Gremiums. Allerdings soll der Zuschusskatalog in einzelnen Punkten geändert werden, weil sich zum Beispiel gesetzliche Bestimmungen geändert haben oder ein Einbau 'keinen ökologischen Vorteil' (Eigler) bietet. Deshalb werden möglicherweise künftig städtische Zuschüsse für Regenwasser-Nutzungsanlagen, die Umstellung von Elektroheizungen auf andere Energiequellen und den Einbau von Blockheizkraftwerken gestrichen.

14000 Euro noch nicht ausgegeben Eigler plädierte ferner dafür, Dämmarbeiten zwar weiter zu fördern, allerdings nur noch umfassende Maßnahmen zu bezuschussen. Der gleichen Ansicht war Stadtbaumeister Sauer, der einen Zuschuss mit einem Gesamtkonzept verbunden sehen will. Dem hielt Johann Jung (FW) entgegen, nicht jeder Hausbesitzer könne es sich leisten, gleich umfangreiche Energiesparmaßnahmen durchzuführen, sondern sei aufgrund seiner Finanzlage zu kleinen Schritten gezwungen. Was künftig letztlich noch gefördert wird, soll noch vor den Haushaltsberatungen entschieden werden. Von den in diesem Jahr zur Verfügung stehenden 50000 Euro im städtischen Umweltprogramm wurden 8000 Euro für Energiesparmaßnahmen ausbezahlt. Mit 1500 Euro schlug der Umweltpreis 2002 zu Buche (der übrigens nicht wie gestern irrtümlich berichtet gesplittet wurde, sondern immer auf drei Preisträger verteilt wird), und knapp 25000 Euro entfallen auf die Bereiche Agendaarbeit/-Koordination, Radwege, Stadtbus. Rund 14000 Euro seien bislang nicht abgerufen, so Sauer.