Haustürgeschäfte Hans-Joachim Littau gibt SeniorenTipps, wie man sich bei Betrug verhält">

Artikel: "Einfach den Hörer auflegen"

16. September 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Haustürgeschäfte Hans-Joachim Littau gibt SeniorenTipps, wie man sich bei Betrug verhält

Heimenkirch | bel | Hans-Joachim Littau von der Polizeistation in Lindenberg gab im Seniorenclub Heimenkirch wertvolle Tipps zu Verhaltensweisen bei Haustür- und Telefon-Geschäften. "Gar nicht erst auf Diskussionen am Telefon einlassen sondern, einfach auflegen", ist einer seiner Hinweise.

Dazu gehört auch der Ratschlag, vor einer Unterschrift immer alles noch einmal durchzulesen und wenn man Fragen hat, lieber noch eine andere Person zu Rate zu ziehen. Wichtig sei auch, dass man sich nicht unter Zeitdruck setzen lässt. "Ein seriöser Verkäufer lässt einem die Zeit, um alles in Ruhe durchzulesen und nachzudenken und kann sich ausweisen. Ansonsten ist man sein Geld schneller los, als man gucken kann", weiß Hans-Joachim Littau aus Erfahrung, "und so schnell bekommt man es nicht wieder."

Bei Scheckkarten-Diebstahl ist es wichtig, sofort die Telefonnummer. 116116 zu wählen und seine Karte sperren zu lassen. Das Aufschreiben der PIN-Nummer auf die Rückseite der Karte ist leider ein Fehler, den noch viele Menschen machen. Hat der Dieb diese mal, kann er quasi frei über das Konto verfügen. Da helfen nur Tricks, die es einem erleichtern, die PIN-Nummer zu behalten.

Auch Handtaschen, oder bei Herren, der Geldbeutel in der hinteren Hosentasche sind Herausforderungen für Diebe. Littau rät Herren, den Geldbeutel vorne zu tragen. Dann merkt man schnell, wenn man bestohlen wird. Auch bieten sich Brustbeutel oder Gurttaschen an, die man unter der Kleidung gut verbergen kann.

Auf keinen Fall sollte man sich scheuen, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten, wenn man doch einmal Opfer eines Betruges geworden ist. Falsche Scham ist in so einem Zusammenhang absolut verkehrt. Bei der Polizei erhält man auch Tipps für das richtige Verhalten sowie viele Broschüren, die verständlich erklären, wie man auf die modernen Fallen im Internet, an der Haustür und am Telefon am Besten reagiert.

Fazit: Der alte Spruch "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste" hat nach wie vor seine Gültigkeit. Das Referat führte zu einer regen Diskussion bei den knapp 100 anwesenden Damen und Herren.

Der Senioren-Club in Heimenkirch hat 130 Mitglieder im Alter zwischen 60 und 95 Jahren. Hermann Mayr, der "Senioren-Chef" erzählt: "Informationen, wie heute, werden sehr gerne angenommen. Ist doch unsere Generation das gefundene Fressen für Menschen, die es nicht ehrlich meinen".