Neugablonz: Ein traditionelles Wintermärchen

2. Januar 2009 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung

Neujahrsfeier - Verein der Deutschen aus Russland im Gablonzer Haus

|agi| Bereits zum zehnten Mal lud der Kaufbeurer Verein der Deutschen aus Russland zur traditionellen Neujahrsfeier ein. Rund 120 Kinder samt Familienangehörigen kamen zum fröhlichen Familienfest in das Gablonzer Haus. Feierten die Jüngeren bereits mittags, fand die Veranstaltung für die älteren Kinder am späten Nachmittag statt.

Während das christliche Weihnachtsfest in der früheren Sowjetunion verboten war, ist das Neujahrsfest eine der wichtigsten Feiern. Auch wenn sich die märchenhaften Erzählungen um die Neujahrsnacht um den Beginn des neuen Jahres ranken, haben markante westliche Weihnachts-Persönlichkeiten zumindest optisch ihren festen Platz. Hauptperson Väterchen Frost, Djed Moros, trägt gerne einen roten Mantel, rote Zipfelmütze und einen weißen Rauschebart. Und er fährt auf einem Rentierschlitten. Nicht fehlen darf ein Weihnachtsbaum. Der im Gablonzer Haus war fast vier Meter hoch. "Den haben wir nach dem Weihnachtskonzert vom Musikverein und der Initiative Neugablonz überlassen bekommen", freut sich Rosalia Walter.

"Gelebte Integration"

"Die Zusammenarbeit mit den anderen örtlichen Vereinen ist gelebte Integration", erklärt sie. Ebenso wichtig ist den 145 Mitgliedern der Erhalt von Tradition und Sprache. Um die Traditionen um das Neujahrsfest aufleben zu lassen, kreiert der Verein jedes Jahr eine neue Zusammenstellung der aufgeführten Märchen. "Dafür sind unsere Kulturleiterin Natalia Kusjakin und ihre Helferinnen Anna Friss und Luba Heid zuständig", fügt Vorsitzender Viktor Wegner an. So hauchten den Erzählungen in diesem Jahr auch zwei neue Gesichter Leben ein: Neben Väterchen Frost (Wladimir Walter), der Schneetochter Snegurotschka (Swetlana Pister), Frau Winter Sima (Olga Hintergarten), der Hexe Babajaga (Tatjana Huber), dem Waldmännchen Leschi (Lydia Wagner) und dem Schneemann (Anna Friss) sorgten auch zwei Clowns (Lydia Grünemeier, Swetlana Fries) für Wirbel um den Weihnachtsbaum.

Eines haben alle Charaktere gemeinsam: Sie sorgen mit ihren Streichen und Neckereien für gute Laune im Publikum.

Bescherung ist der Höhepunkt

Doch die Neujahrsfeier besteht nicht nur aus gespielten Geschichten. Vielmehr sind die Kinder gefordert, bei zahlreichen Spielen mitzutanzen und zu singen. Und für gutes Wissen und wackeren Einsatz winken kleine Leckereien und Spielsachen. Höhepunkt des Familiennachmittags ist die Bescherung. Mit einem kräftigen, gemeinschaftlichen "Djed Moros, prichodi" wird Väterchen Frost mit seinem Gabensack in den Saal zitiert und am Ende erhält jedes Kind eine bunte Geschenktüte.