Artikel: Der harte Kriegsalltag

30. Dezember 2002 20:30 Uhr von Allgäuer Zeitung

Ausstellung über den Ersten Weltkrieg im Oberallgäu

Von unserem Mitarbeiter David Klaubert, Immenstadt - Dass das Oberallgäuer Städtchen Immenstadt einst ein Militärstandort war, weiß heute kaum noch jemand. Während des Ersten Weltkrieges war Immenstadt die Garnison des so genannten 'Schneeschuh-Ersatz-Bataillons', einer Spezialtruppe für den Kampf in den Bergen. Im Museum Hofmühle in Immenstadt erinnert nun bis zum 2. März eine Sonderausstellung an diese weitgehend vergessene Episode.

Von 1915 bis 1919 waren etwa 1200 junge Soldaten des neu gegründeten 'Schneeschuh-Ersatz-Bataillons' in Immenstadt stationiert und wurden dort im Klettern, Skifahren und Schießen ausgebildet. Im Laufe des Krieges wurden immer wieder Teile des Bataillons an die Front in den Vogesen, den Karpaten und den italienischen Alpen geschickt. Einer dieser Soldaten, der junge Ernst Wiedemann, schrieb während des Krieges fast täglich Briefe an seine Eltern. Zitate aus seinen detaillierten Beschreibungen führen den Besucher als roter Faden durch die Ausstellung und schildern so an einem konkreten Beispiel eindrücklich die Brutalität des Krieges. Auch die Auswirkung des Krieges auf die Zivilbevölkerung, vor allem in Immenstadt, wird in der Ausstellung anhand vieler Beispiele veranschaulicht. i Die Ausstellung in der 'Hofmühle' ist von Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.