Füssen | Allgäuer Zeitung | von Felix Frasch: Am Baum sparen die Wenigsten

16. Dezember 2008 00:00 Uhr von Allgäuer Zeitung
felix frasch

Weihnachtszeit - Tradition ist für viele ein Muss - Obwohl heimische Fichten günstiger wären, macht meist die Nordmanntanne das Rennen

Nur noch acht Tage bis Heiligabend: Höchste Zeit also, sich auf den Weg zum Christbaum-Händler zu machen. Doch wie tief muss man heuer für den begehrten Weihnachtsschmuck in die Tasche greifen? Verzichten viele Bürger aufgrund der Finanzkrise auf einen Baum? Die hat sich im südlichen Landkreis umgehört.

"Bei uns läuft das Geschäft gut", sagt Herbert Mair. Er verkauft seit 22 Jahren Tannen in Füssen. Ab 16 Euro bekommt man bei ihm einen Baum - nach oben gibt es weder im Wuchs noch im Preis kaum Grenzen.

Petra Unsin aus Hopferau weiß jedoch genau, wo Schluss ist: "Bei 50 Euro hört der Spaß auf. Dann würde ich lieber selbst in den Wald gehen - oder zum Nachbarn", sagt sie und lacht.

Manfred Rost aus Kempen am Niederrhein (er verbringt die Weihnachtszeit seit Jahrzehnten im Allgäu) schrecken die hohen Preise nicht - er hat nur keinen Bedarf: "Wir haben keine Kinder mehr. Deshalb reicht uns ein Strauß aus Tannenzweigen."

"Wir haben über 80 Prozent Nordmanntannen bei uns im Sortiment", erklärt Baumverkäufer Florian Wiedemann. Am gefragtesten seien Größen zwischen 1,50 und 1,75 Meter. "Zwar riechen die Allgäuer Fichten besser, allerdings verlieren sie schneller ihre Nadeln", weiß der Christbaumprofi.

Wer die günstigere Fichte wählt, kann durch Tricks dafür sorgen, dass auch sie länger ihre Nadeln behält (Infokasten). Oder man kauft sich einen Wald, so wie Karin Guggemos aus Seeg: "Wir haben unsere eigenen Fichten und verschenken manchen Baum an Freunde"