Rettung in der Dunkelheit: Unter sehr schwierigen Bedingungen: Bergwacht Füssen rettet verstiegene Wanderer am Säuling

26. März 2023 09:56 Uhr von Redaktion all-in.de
In einer schwieriegen Rettungsaktion hat die Bergwacht Füssen am Freitag drei Wanderer, die sich am Säuling verstiegen hatten, gerettet.
Bergwacht Füssen

Die Dunkelheit bricht bereits über den Säuling herein. Doch die Bergretter aus Füssen geben nicht auf. Mit allen Mitteln versuchen sie drei verstiegene Wanderer zu retten, die auf dem Berg in der Kälte ausharren.

Es ist Freitagabend gegen 17 Uhr, als das Telefon der Bergwacht Füssen die Stille zerreißt. Die Mitteilung: Auf dem Säuling sitzen drei Bergsteiger im tiefen und nassen Schnee fest und kommen nun weder voran noch zurück. 

 Wanderer gehen Spuren im Schnee nach

Zu Hilfe gerufen haben die Bergwacht zwei der Bergsteiger. Sie waren auf dem Berg unterwegs, als sie im Schnee Spuren einer einzelnen Person fanden. Sie gingen den Spuren nach und trafen im Klettergelände auf eine Person, die zu diesem Zeitpunkt bereits stark zu fror. Weil die Bergsteiger zu dritt nun aber nicht mehr weiterkamen, riefen sie die Bergwacht.

 "Schwierige äußere Bedingungen"

Das Problem für die Retter: Um diese Zeit herrschten in dem Gebiet "sehr schwierige äußeren Bedingungen", wie die Bergwacht Füssen berichtet. Das Wetter war schlecht und zudem hingen tiefe Wolken über dem Berg. Dennoch machten sich natürlich sofort sechs Bergretter zu Fuß auf den Weg zur Einsatzstelle. Zeitgleich startete der Polizeihubschrauber "Edelweiß 8" um möglicherweise eine Wolkenlücke zu erwischen und Luftretter an die Einsatzstelle zu bringen.

Bergwacht Füssen

 Lawinengefahr verzögert Aufstieg

Es gab allerdings noch eine Schwierigkeit: Auf der Nordseite des Säulings galt wegen der vergleichsweise warmen Temeperaturen und dem Regen die Lawinenwarnstufe 3 ("erhebliche" Lawinengefahr). Deshalb entschied sich der Einsatzleiter mit seinem Team, südseitig von Österreich aus zum Säuling aufzusteigen. Auch die Bergrettung Reutte wurde hinzugezogen. Sie war sofort mit drei Mann zur Stelle um Hilfe zu leisten.

Hubschrauber setzt zwei Bergretter ab

Währenddessen schaffte es der Polizeihubschrauber "Edelweiß 8" über die Südseite zwei Bergretter auf den Sattel unterhalb des Säulinggipfels zu bringen und abzusetzen. Ein direkter Flug zur Einsatzstelle war allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.

Bergwacht Füssen

Die Einsatzkräfte mussten sich daraufhin, an Seilen gesichert, im schwierigen Gelände und bei einsetzender Dunkelheit zu den Verstiegenen ablassen. Der Hubschrauber der Polizei musste wegen der einsetzenden Dunkelheit wieder zurückfliegen. Stattdessen wurde der in Reutte stationierte, nachtflugtaugliche RK 2-Hubschrauber alarmiert.

 Rettungsaktion erfolgreich

Dann die erhoffte Nachricht: Die Bergretter hatten es zu den drei verstiegenen Wanderern geschafft. Sie konnten die Drei sichern und wärmen. Zusätzlich setzte Regen ein. Der half den Einsatzkräften aber diesmal anscheinend eher. Denn dadurch ergaben sich einige Wolkenlücken. So war es möglich die Wanderer aus der Luft mit dem Hubschrauber zu bergen. Gegen 20:45 Uhr waren alle am Einsatz Beteiligten, sowie die Wanderer wieder sicher und wohlbehalten im Tal.

 

Wie die Bergwacht berichtet, war es ein "fordernder Einsatz unter schwierigen Bedingungen, welcher alles Können der Bergretter und den Hubschrauberbesatzungen abverlangte". Im Einsatz waren elf Bergretter der Bergwacht Füssen, drei Bergretter aus Reutte, und zwei Hubschrauber. 

 

Die Bergwacht rät allen Wanderern sich ausreichend zu informieren, Touren entsprechend zu planen und auch mal den "Mut" zu haben frühzeitig umzukehren und eine geplante Tour abzubrechen.

 

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