Heimatreporter-Beitrag
Blutdruckmessung mit Fitnessarmband - Schlangengurke mit Puls

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Redaktioneller Hinweis: Dies ist ein Heimatreporter-Beitrag. Er spiegelt die Meinung des Verfassers wider.

Vor einiger Zeit habe ich mir ein Fitnessarmband aus chinesischer Produktion geleistet. Trotz günstigem Preis bietet das Armband eine erstaunliche Leistungsfülle. Kaufentscheidend für mich war das Merkmal "Blutdruckmessung".

Blutdruckmessung?

Wie zu Teufel soll das funktionieren, das Gerätchen hat zwar die bekannte grün leuchtende LED zur Pulsfrequenzmessung am Handgelenk, aber keinerlei Vorrichtung, um den Blutfluss mit einer prallen Luftpolstermanschette abzuschnüren. Die Suche nach dem Wirkprinzip im Internet blieb damals fruchtlos. Auf irgendeiner Seite behauptete ein anonymer Volldepp jedoch frech, die zuweilen schmerzhafte Blutdruckmessung mit Armabquetschen sei veraltet, die Messung mit LED-Licht sei hingegen toll und zeitgemäß. Aha, ja wenn das so ist ...

Einzige Voraussetzung zur Blutdruckmessung bei meinem Fitnessarmband war die Forderung, den Arm während der Messung so zu halten, dass das Armband in Höhe des Herzens sei. Ich tat wie mir aufgetragen und das Gerätchen produzierte tatsächlich munter systolische und diastolische Messwerte wie am Fließband. Mein Misstrauen aber blieb, denn auch der Hersteller erklärte das Wirkprinzip der Messung mit keinem Wort.

Irgendwann hatte ich die Nase voll und wollte es wissen. Mittel zum Zweck war der Vergleich der Messwerte mit denen eines handesüblichen Blutdruckmessgeräts mit Oberarmmanschette. Die Grafik oben (Bild 2) zeigt, was dabei herausgekommen ist.

Die oberen Kurven zeigen die Systole, die unteren die Diastole (rot = Fitnessarmband, blau = Oberarmessgerät). Und es wird sehr, sehr deutlich: Was immer auch das Fitnessarmband gemessen hat, mein tatsächlicher Blutdruck war es nicht. Vermutlich sorgt ein Algorithmus im Fitnessarmband je nach anfangs eingegebenem Körpergewicht, Körpergröße und Lebensalter sowie der tatsächlich gemessenen Pulsfrequenz für halbwegs plausible stets ein bisschen schwankende Zufallswerte, die, wie die Grafik oben zeigt, mit der Realität jedoch nichts zu tun haben und, das ist sogar gefährlich, durchwegs zu niedrig sind. Wohl aus diesem Grund lässt der Hersteller des Armbands auch wissen, die Blutdruckwerte wären nicht als medizinische Diagnosewerte zu sehen, sie dienten nur der Orientierung. Aus meiner Sicht taugen sie nicht einmal dazu.

Um die Vermutung zu beweisen, die angeblichen Messwerte des Armbands seien in Wahrheit berechnete Werte, hatte ich einen meiner seltenen Geistesblitze. Was passiert, wenn ich das Fitnessarmband nicht am Handgelenk trage, sondern z.B. einer Bierflasche umschnalle und dann eine Messung starte? Die Bierflasche erwies sich für das Armband zwar als zu dick, auf eine Schlangengurke aber passte es. Dem Foto oben (Bild 1) ist nun zweifelsfrei zu entnehmen, mein Prodand Schlangengurke war zum Aufnahmezeitpunkt mit 128 zu 83 Blutdruck kerngesund. Das ist jetzt schon etliche Monate her. Seitdem plagt mich ein schlechtes Gewissen. Denn die quicklebendige Gurke wurde erbarmungslos zu Gurkensalat verarbeitet und dann verspeist. Was das Mord aus niederen Motiven?

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