Mobilfunk
Keine Handymast am Wolfsberg im Kreuzthal

Wenn Toni Barth in diesen Tagen vom «Erfolg in Sachen Mobilfunk» erzählt und dabei ein schelmisches Lächeln nicht verkneifen kann, dann muss man unweigerlich an jenen kleinen, heldenhaften Asterix in der französischen Comicserie des Autoren René Goscinny denken, der mit Tricks und Kniffen den großen Römern regelmäßig die Stirn geboten hat.

Ein zufriedener Toni Barth: «Auf absehbare Zeit wird es dort nicht zu einem Bau kommen.» Bislang eine einmalige Entscheidung eines Mobilfunkanbieters, wie Barth glaubt: «Dieser Ausgang einer gerichtlichen Auseinandersetzung wird andere Kommunen sicherlich bestärken, ähnlich wie wir zu verfahren.»

Ein Blick zurück: Das Unternehmen O2 unterrichtete vor drei Jahren die Oberallgäuer Gemeinde, am Wolfsberg im Kreuzthal einen Handymast in die Höhe ziehen zu wollen. Schon nach kurzer Zeit formierte sich dagegen die Bürgerinitiative Landschaftsschutz Adelegg und besuchte fast täglich den Rathauschef, um ihn auf ihre Seite zu ziehen. Er ließ sich schließlich mit Argumenten überzeugen.

Und er tüftelte mit seinen Räten und einem Münchner Rechtsanwalt folgenden Plan aus: Die Gemeinde ändert den Flächennutzungsplan und sucht, unterstützt von einem Fachinstitut, selbst geeignete Standorte für Mobilfunkanlagen aus. Das wiederum bedeutet, dass Gebiete, die von der Gemeinde nicht explizit genannt werden (in diesem Fall der Wolfsberg am Aussichtsplatz des Glasmacherwegs), auch künftig mobilfunkfrei bleiben sollten.

Entscheidung nach drei Jahren

Die Buchenberger, flankiert von der Bürgerinitiative unter Führung von Oliver Post und Susanne Eisele, legten sich schwer ins Zeug und boten dem Mobilfunk-Unternehmen die Stirn. Was nicht unkommentiert blieb. Barth bekam in dieser Zeit Post von mehreren Mobilfunkbetreibern. Die zeigten wenig Verständnis für die Vorgehensweise der Gemeinde und kritisierten die Flächennutzungsplan-Änderung.

Dies sei ihrer Meinung nach kein geeignetes Mittel, um einen Standort auszuwählen. Zudem zweifelten sie an der Richtigkeit der ins Feld geführten fachlichen Aussagen und sprachen von einem übertriebenen Emissionsschutz. Das Unternehmen O2 klagte schließlich vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht gegen die Vorgehensweise der Gemeinde und des Landkreises.

Toni Barth und Co. allerdings ließen sich nicht beirren und beschritten weiterhin den eingeschlagenen Weg.

Nun, nach drei Jahren, dürfen sie aufatmen und einen Sieg feiern, wie das Oliver Post ausdrückt: «Mir wurde gesagt, dass dies ein Präzedenzfall ist - der Sieg einer kleinen Gemeinde gegen einen Großkonzern.»

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