Behördensender
Funk sorgt für Diskussionen

Kaum hatten sich die Diskussionen um die Mobilfunkmasten in der Gemeinde Seeg etwas gelegt, steht die Aufstellung eines weiteren Sendemasten bevor. Im Gemeinderat wurde jetzt die Installation eines Senders für das neue, digitale Funknetz für Behörden- und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS-Funk) angekündigt.

Dieses neue, nichtöffentliche Funknetz ist für die verschiedenen Polizeibehörden und die Sicherheitsorganisationen wie Feuerwehren, Katastrophenschutzbehörden und Rettungsorganisationen geplant. Bisher verfügten alle Behörden und Organisationen über eigene, analoge Funknetze und konnten nicht miteinander kommunizieren. Um eine flächendeckende und möglichst lückenlose Funkversorgung zu gewährleisten, müssen die Masten, je nach Gelände, relativ eng aufgestellt werden, erklärte Frank Burkhard von der Projektgruppe «DigiNet-GVS» der Firma Telent, die mit der Projektbetreuung BOS-Funk in Schwaben betraut ist. Für eine flächendeckende Versorgung Bayerns seien insgesamt 924 Sendemasten notwendig, betonte er. Nach sorgfältiger Prüfung habe sich der Sulzberg als idealer Standort ergeben, so Burkhart.

Vorgesehen ist ein 40 Meter hoher Sendemast, der eine Abstrahlleistung von 20 Watt bei Vollauslastung hat.

Sorge über Strahlenbelastung

Grundsätzlich erkannten die Gemeinderäte die Notwendigkeit der Einrichtung des neuen BOS-Funknetzes an. Allerdings äußerten einige auch Bedenken wegen der zu erwartenden zusätzlichen Strahlenbelastung. Auch Nachbarn und Anwohner des geplanten Standorts brachten in der Gemeinderatssitzung ihre Bedenken zum Ausdruck. Dem hielt Frank Burkhart entgegen, dass die zu erwartende Strahlenbelastung nur einen Bruchteil der zulässigen Grenzwerte erreiche. Das befriedigte allerdings weder die Anwohner noch einige Räte, da nach deren Ansicht die Grenzwerte zu hoch angesetzt sind. Burkhart betonte, dass weder er noch der Gemeinderat die richtigen Adressaten für die Diskussion um die Grenzwerte seien.

Gemeinderat Markus Berktold regte an, vorab von der Gemeinde Berechnungen über die zu erwartende Strahlenbelastung erstellen zu lassen, nachdem diese von dem BOS-Betreiber nicht zu erhalten sind. Bemängelt wurde von einigen Gemeinderäten auch die ihrer Ansicht nach in den vergangenen Jahren betriebene «Geheimniskrämerei» um das neue BOS-Netz. Erst jetzt, kurz vor der Aufstellung, würden Gemeinderat und Öffentlichkeit informiert.

Dem stimmten die beiden anwesenden Vertreter der Polzeibehörde, Karl Zirngiebel und Michael Staudacher, Direktor vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West zu. Sie betonten aber, dass nun ein Sinneswandel stattfinde und die Informationspolitik gegenüber der Bevölkerung verbessert werde. Aufgestellt werden die BOS-Masten voraussichtlich im Jahr 2013.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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