Gschnaidt / Altusried
Mobilfunk: Klage zurückgezogen

Der Streit schwelte monatelang: Die Bürgerinitiative Sendemastfreies Gschnaidt und Allgäuer Umland e.V. hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, eine in ihren Augen überdimensionierte Mobilfunkanlage im Wald beim Weiler Gschnaidt zu verhindern, Konrad Kiechle von der Bürgerinitiative hat sogar dagegen geklagt. Vergebens. «In einem Brief des Verwaltungsgerichts in Augsburg wurde mir klar gemacht, dass ich keine Aussicht auf Erfolg habe. Warum soll ich dann weiter machen?», sagt der Landwirt. Er hat die Klage nun zurückgezogen. Im Gschnaidt steht der 45 Meter hohe Mast bereits, auch die Stromkabel wurden verlegt. Anbieter O2 macht demnächst in Frauenzell, Muthmannshofen und Kimratshofen einen Mobilfunkempfang möglich.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative, Christina Strauch, ärgert sich über die Art und Weise, wie die Gemeinde den Standort durchgedrückt habe. «Es ist ein Maximum erreicht worden, aber kein Optimum für die Leute vor Ort.» Zu den O2-Antennen, so fürchtet die Frau aus Maggmannshofen, werden Antennen zusätzlicher Anbieter kommen, die die Strahlenbelastung weiter nach oben schrauben. Die Gemeinde habe ihr mögliches Mitspracherecht aus der Hand gegeben, denn das Grundstück, auf dem der Mast steht, gehört den Staatsforsten.

Bürgermeister Heribert Kammel weist daraufhin, dass die Einflussmöglichkeiten auch auf einem gemeindeeigenen Grundstück gering seien.

Das Thema Gschnaidt sei zudem x-mal im Gemeinderat diskutiert worden, man habe sich Rat bei Fachleuten vom Umweltinstitut geholt und viele Veranstaltungen mit Betroffenen organisiert. O2 habe auf Drängen der Gemeinde den ursprünglich geplanten Standort sogar nach Süden verlegt und freilich würden auch die Richtwerte des Bundesimmissionsschutzgesetzes eingehalten werden. «Fakt ist, wir als Gemeinde können eine Mobilfunkanlage nicht verhindern.»

«Alles war schon beschlossen»

Die Gemeinde sei aber stets bestrebt gewesen, den Mast weit weg von Wohnhäusern zu installieren. Dieser Vorgabe sei alles untergeordnet worden. Und natürlich müsse es für den Betreiber (und Bauherrn) auch die Chance geben, zum Standort fahren zu können. Deshalb sei bereits rechtzeitig ein Gestattungsvertrag unterschrieben worden.

«Das war das größte Ärgernis, alles war schon beschlossen bei der Bürgerversammlung in Frauenzell Ende 2008, aber uns hat man im Glauben gelassen, der Standort sei noch nicht fix,» ärgert sich Strauch.

Der Kampf gegen die Mobilfunkanlage im Wald bei Gschnaidt sei «aggressiv» betrieben worden, entgegnet Rathauschef Kammel, «erheblicher Streit wurde auch in die Vereine getragen». Es habe sogar jede Menge persönliche Vorwürfe gegeben, aber irgendwann einmal müsse es nun auch gut sein.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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