Handymast kam über Nacht

von johannes schlecker | Kempten Blankes Entsetzen herrschte am Freitagmorgen an der Fürstenschule. Praktisch über Nacht wurde unmittelbar neben dem Schulhaus auf dem Gebäude des ehemaligen Möbelgeschäfts Mader eine Mobilfunk-Anlage errichtet. 'Wir wurden total überrumpelt', ärgert sich Konrektor Kurt Richter, der von seinem Büro aus die Sendeanlage direkt im Blick hat. Es sei unverständlich, dass die Schule im Vorfeld nicht informiert wurde. 'So etwas plant man doch nicht von einem Tag auf den anderen', sagte Richter.

Sorgen um die Gesundheit der Kinder machen sich Vertreter des Elternbeirats, die sich spontan zu einer Protestaktion mit den Schülern vor der Schule versammelten. Auf Plakaten machten sie ihrem Ärger Luft. 'Strahlende Gesichter, aber nicht vom Handymast', war zu lesen. 'Das war eine Nacht- und Nebelaktion. Ich war völlig von den Socken als ich heute morgen darüber informiert wurde', erklärte Elternbeirats-Vorsitzende Iris Rudolph-Sencar. Um das Wohl der Kinder mache sich scheinbar niemand Gedanken.

Ihre Stellvertreterin Margot Waibel ist sich sicher, dass bei einer Inbetriebnahme der Anlage nicht nur die Fürstenschule betroffen sein wird: 'In unmittelbarer Nähe befinden sich ja auch mehrere Kinderhorte und das Krankenhaus'. Für Eltern und Lehrer steht fest: 'Die Anlage muss so schnell wie möglich wieder weg.'

Dass das nicht ganz so einfach ist, erklärt Baureferentin Monika Beltinger: 'Da der Mast eine Höhe von zehn Metern wohl nicht überschreitet, ist er nicht genehmigungspflichtig.' Es liege kein Bauantrag vor. Daher habe die Stadt ebenfalls erst in dieser Woche von der Anlage erfahren. Bevor der Sendemast in Betrieb gehen kann, müsse allerdings erst eine Standortbescheinigung vorliegen, die über die Einhaltung der Grenzwerte Auskunft gibt.

Derzeit werde jedoch geprüft, ob die Anlage der Gestaltungssatzung entspricht. 'Sollte sich der Mast negativ auf das Ortsbild auswirken, werden wir auch handeln', sagt Beltinger.

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