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05.11.2012 · Marktoberdorf

Ohne das Extra ist das Allgäu nicht so Pink

Die Mundartkabarettistin Johanna Hofbauer sieht die Welt gern bunt und mag das Wochenblatt der Allgäuer Zeitung - im Interview verrät Sie ein wenig mehr

Johanna Hofbauer, die Autorin und Kabarettistin aus Oberthingau, ist mit ihren Büchern voll urkomischer Gedichte, ihre kabarettistischen Auftritte mit Kollegen und mit dem Soloprogramm „Johanna wia se leibt und lebt“ für die Leute im Allgäu ein fester Begriff für Humor.

Johanna Hofbauer
Johanna HofbauerBild: Hofbauer
Seit zwölf Jahren steht Johanna auf der Bühne, zuerst in der Mehrzweckhalle in Oberthingau und seit vier Jahren auf der Modeonbühne in Marktoberdorf. Erst kürzlich bescherte sie als Gastgeberin den Besuchern der bekannten „Spriebeitl-Treffa“ zusammen mit den von ihr geladenen Kollegen amüsante Abendstunden. Wer einmal den kurzweiligen Beiträgen folgte, wird sich anschließend in so manchem Alltagsgeschehen wieder an die bunt beschriebenen Situationen der Hofbauerin erinnern und dabei still – oder auch laut darüber lachen. Neben ihren vielen Alltagserlebnissen innerhalb der eigenen großen Familie, ihrem Dorf- und ihrem Berufsleben holt sich Johanna Hofbauer Anregungen auch aus dem Wochenblatt Extra sowie der täglich erscheinenden Ausgabe der Allgäuer Zeitung.

Die Extra Redakteurin Gerlinde Reisach wollte es genauer wissen und hat Johanna Hofbauer eingeladen, aus ihrem Leben zu plaudern.
Sie sehen die Welt sehr bunt, was sagen Sie zur Farbe unsres Wochenblatts und zum Inhalt?
Pink ist meine Lieblingsfarbe, schon als Kind mochte ich Rosa und alle damit verbundenen Schattierungen. Die Menschen brauchen Farbe – sonst wird der Alltag zu grau. Dass Pink des Extras zieht sich wie ein sogenannter „Roter Faden“ durch die Ausgabe. Hier sind wichtige, kurze Informationen zu finden und es macht das Blatt übersichtlich. Ja, ich bin eine bekennende Extra-Leserin, schon immer - also auch, als es noch „Express“ hieß. Das rosa Blattl hat was, hier finden sich die (ganz normalen) Menschen wieder in der Rubrik „Leute vor der Kamera“ und das Extra wird jedem Haushalt kostenfrei zugestellt, das ist prima. Zudem lohnt sich immer ein Blick in die „Hallo Partner“ Seiten, hier sind interessante Wortspiele und Menschenbeschreibungen für mich enthalten. Dazu gab es schon einmal ein sehr amüsantes Stück von mir.
Zeitungsausschnitt zum Sketch der Johanna Hofbauer
Zeitungsausschnitt zum Sketch der Johanna HofbauerBild: Scan Hofbauer
Wie ist das mit dem Sketch, in dem die Allgäuer Zeitung sehr wichtig ist?
Oh ja, ich habe ein Stück in dem die Partnersuche durch die Presse und die damit verbundenen Vorbereitungen das Thema „Landmann sucht Frau“ ist. Die Zuschauer konnten sich vor Lachen kaum halten. Den Besuchern der „Spriebeitl-Treffa“ ist dies sicher noch gut im Gedächtnis.
Also sind ihre Quellen für gute Sketche auch die Medien?
Ja, am Abend sitze ich mit dem Block vor dem Fernseher und notiere „Gute Sätze oder fantasievolle Umschreibungen“. Auch das Allgäuer Alltagsgeschehen lässt sich durch die Meldungen in der Tageszeitung exakter betrachten und trägt ebenfalls viel dazu bei, sich neue „Reime“ zu machen.
Ihre Tage sind extrem ausgefüllt, Familie, Beruf, Berufung, Bühnenauftritte. Brauchen Sie nicht auch eine „stille Zeit“ für die Feinarbeit an ihren Gedichten und Themen?
Natürlich. Ich habe unter dem Dach unseres Wohnhauses ein kleines Büro eingerichtet. Sobald ich mich dahin zurückziehe, sind auch die Kinder (schon als sie noch klein waren) darauf bedacht, mich nicht zu stören. Zurzeit bin ich mit dem letzten Schliff von meinem neuen Buch beschäftigt. „Die Alb-Traumfrauen“ werden im Oktober erscheinen und sind ja auch in wieder in den Service Centern der Allgäuer Zeitung zu finden. Daneben wird mein Soloprogramm immer wieder neu durchdacht. Mit meinen neuen Partnern, den „Berlauchbuam“ habe ich einen echten Glücksgriff gemacht, da fangen die Leute schon an zu lachen, wenn die beiden in meinen Pausen ihre Lieder anstimmen. So macht es auch mir sehr viel Spaß und ich freue mich schon auf den nächsten gemeinsamen Auftritt und das Publikum.
Woher kommt die Begabung den Menschen aus der Seele zu sprechen?
Meine Mutter Paula spielte viele Jahre in der Theatergruppe in Oberthingau. Später musste sie sich in unserer großen Familie Gehör verschaffen, das war oft „genug Theater“. Mein Vater Rudolf war der zweite Bürgermeister des Ortes, also ebenfalls nicht scheu im Umgang mit den Mitmenschen. Zudem bin ich das dritte von sechs Kindern, es war also ganz normal, sich einzubringen und schnell verständlich zu machen. Sicher ist hiervon etwas bei mir hängen geblieben. Dabei ist der Dialekt für mich die Sprache und das Element, in welchem die Seele ihren Atem schöpft und Dinge gesagt werden – manchmal sogar ganz ohne Worte – einfach zwischen den Zeilen oder durch kurze Pausen.
Sie haben jüngst die Haarfarbe von Braun zu Hellblond verändert, die Lockenpracht ist geblieben. Woher kam der Wunsch nach einer Veränderung?
„Back to the roots“ war hier mein Gedanke. Ich wollte wieder einmal blond werden, so wie in meinen Kindertagen. Mein Friseur war begeistert und leistete ganze Arbeit. Nun bin ich eine echte Blondine. Ich werde sehr oft darauf angesprochen, die Resonanz ist ganz und gar positiv, das schmeichelt.
Was halten Sie von Perfektion? Langweilig?
Sehr wichtig ist es, selbstkritisch zu sein und immer wieder die Texte auf bestimmte Kriterien zu überprüfen. Nicht jeder gute Gedanke kommt gleich gut an. Da beachte ich die exakte Wahl der Reimwörter und die Silbenzahl meiner Gedichtszeilen sehr genau. Nur wenn etwas kurz und prägnant beschrieben wird, kann der Leser (oder Hörer) es auch sofort verstehen. Ich will, dass die Leute immer 100 Prozent Spaß bekommen und es ist mir wichtig, dass das „Kopfkino“ sofort in Gang gesetzt werden kann. Dazu wird auch oft meine Tochter zum Kritiker. Sie sagt mir, ob man sich ein Bild davon machen kann, was sich da abspielt. Die Zuschauer, die sich Zeit für mich nehmen, eine Anfahrt nicht scheuen und auch Geld für eine Vorstellung oder ein Buch zahlen, sollen sich gerne, gut und lange erinnern. Perfektion ist mir in diesem Bereich also sehr wichtig und es ist gar nicht so einfach, etwas auf den Punkt zu bringen.
Als letzte Frage: Sie verwenden in ihren Sketchen Wörter aus dem Englischen und ganz besonders gerne aus der sogenannten Jugendsprache. Diese fließen ganz selbstverständlich in den Allgäuer Dialekt ein. Woher kommt diese Vorliebe für eine Sprachschattierung?
Ich habe sechs Kinder und viele Menschen um mich, da bekommt jede Mitteilung einen neuen Schliff durch die aktuell angewandten Begriffe. So sind Worte wie „der Burner“ als Höhepunkt eines Stücks dazu gekommen und ein fester Bestand meiner Sprache. Ich finde es ganz natürlich, dass die Sprache mit der Jugend und dem Zeitgeist lebendig und bunt bleibt. Also dann „Pfiad´s euch“ oder besser „Ciao´sn“, wie meine Kinder sagen würden.
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Artikelinfos
AutorGerlinde Reisach
Veröffentlichung05.11.2012
Aktualisierung27.09.2013 13:32
Ort Marktoberdorf
Schlagwörter

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