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Skispaß im AllgäuSpecial

18.01.2012 · Nesselwang

Traumberuf für kleine Jungs: Pistenraupenfahrer an der Alpspitzbahn

Bernd Jehle präpariert jeden Abend an der Alpspitze die Pisten für Skifahrer

Wochenend-Reportage · Es ist 16 Uhr. Die Motoren der Lifte an der Alpspitzbahn in Nesselwang verstummen langsam. Die Dämmerung setzt ein und der Berg hüllt sich in abendliche Stille. Doch die Ruhe währt nicht lang: Vier Pistenraupen rücken aus, um die zerfurchten Pisten für den nächsten Tag zu präparieren.



Einer der Pistenraupenfahrer ist Bernd Jehle. Mit seinem Job während des Winters hat er sich einen weit verbreiteten Kindheitstraum erfüllt. „Wenn man als kleiner Junge beim Skifahren die Pistenraupen sieht, dann will man das später ebenfalls machen.“ Auch heute noch glitzert die Vorfreude darauf, hinter dem Lenkrad zu sitzen, in Jehles Augen.

Wenn dann die Dieselmotoren der Pistenraupen starten und die hellen Scheinwerfer angehen, ist die abendliche Stille am Berg vorbei. Der 31-jährige Allgäuer setzt sich Abend für Abend hinter das Steuer des zehn Tonnen schweren Ungetüms und lenkt es mit qualmendem Auspuff den Berg hinauf.

Als erstes präpariert das Team der Alpspitzbahn die Abfahrt, die ab 18 Uhr für die Nachtskifahrer bereit steht. Während sich die Nachtaktiven dann auf der Talabfahrt austoben, planieren die Pistenraupen die anderen Pisten am Berg. Ab 21 Uhr beseitigt das Team die letzten Spuren vom Skitag.

Skitourengeher erschweren die Arbeit

Doch dies klappt nicht immer ohne Probleme. Den Pistenraupenfahrern sind die Skitourengeher ein Dorn im Auge, wenn sie mit der einsetzenden Dämmerung den Berg hochlaufen. Den Grund verrät Jehle: „Das Problem ist, dass wir die Pisten bearbeiten und der Schnee nach dem Bearbeiten ganz weich ist. Wenn die Tourengeher da hoch gehen, dann wird das schöne Bild gleich wieder zerstört und kann nicht schön gefrieren. In der Früh ist es dann gefroren und es sind überall die Rillen drinnen von den Tourengängern.“

Wie bei jeder Arbeit, die nur mit schwerem Gerät bewältigt werden kann, besteht auch hier große Unfallgefahr. Jehle berichtet von einem Vorfall: „Mir ist mal ein Rodler in die Schaufel vorne reingefahren. Ich bin bergauf gefahren und der Mann hat mich nicht gesehen, weil ich hinter einem Hügel war. Er ist mit großer Geschwindigkeit in meine Pistenraupe reingefahren. Er hat sich sein Knie bei dem Unfall schwer verletzt."

Keine Ausbildung, kein extra Führerschein

Auch im Sommer hat der 31-Jährige aus Maria-Rain eine Arbeit im technischen Bereich. Er ist Mechaniker und erzählt, dass man keine Ausbildung oder gar einen extra Führerschein für das Pistenraupenfahren machen muss. „Das einzige, was man braucht, ist das mechanische Verständnis und großes Interesse an Technik."

Zur Zeit arbeiten die Männer von der Alpspitzbahn mit 40 cm im Tal und 80 cm Schnee in den höheren Lagen. Das wichtigste für eine perfekte Piste ist, dass es nicht drei oder vier Nächte hintereinander durchschneit. Die präparierten Abfahrten müssen nämlich über Nacht gefrieren. Zu viel Neuschnee lässt die unteren Schneelagen nicht durchfrosten.

Seit elf Jahren arbeitet Jehle im Winter als Pistenraupenfahrer und er hat immer noch viel Spaß daran. Für ihn hat sich ein Kindheitstraum erfüllt und er lebt ihn jeden Abend. Gegen 22 Uhr sind die Pisten fertig präpariert. Jetzt verstummen auch die Motoren der Pistenraupen. An der Alpspitze kehrt der Feierabend und idyllische Bergruhe ein. Bis am nächsten Morgen um 9 Uhr die Lifte ihren Betrieb für die Skifahrer aufnehmen.
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Artikelinfos
AutorLarissa Pucher
Veröffentlichung18.01.2012
Aktualisierung04.12.2013 10:46
Ort Nesselwang
Schlagwörterpistenraupe, piste, schnee, alpspitzbahn, bergbahn, bergreportage, wochenendreportage, frost
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