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Heimenkirch (anna feßler) | 19.01.2012 00:00 Uhr

Romuald Schaber spricht bei Kreisversammlung des Bundes Deutscher Milchviehhalter

„Die Krise ist noch nicht vorbei“

Er wird nicht müde, seine Forderungen wieder und wieder wie eine Art Mantra herunterzubeten. Romuald Schaber, Präsident des BDM (Bund Deutscher Milchviehhalter), betont auch vor rund 70 Bauern bei der Kreisversammlung in Heimenkirch das wichtigste Ziel des Verbandes.
BDM Versammlung in Heimenkirch, Romuals Schaber, Bund Deutscher Milchviehhalter "Wir brauchen einen kostendeckenden Milchpreis", sagt er. Aus dem kämpferischen Rebell, der im Jahr 2008 zum Milchboykott aufgerufen hat, ist ein nüchtern-sachlicher, aber engagierter Vertreter der Bauern geworden. "Wir müssen unsere eigenen Forderungen so oft wiederholen, bis sie uns zu den Ohren rauskommen, erst dann kommen sie bei den anderen an", ist Schaber überzeugt.

In einem Rückblick berichtet er über die Arbeit des BDM auf Bundes- und EU-Ebene. Als Erfolge verbucht er, dass die Landwirte im vergangenen Jahr durch einen besseren Milchpreis mehr Geld in ihren Kassen hatten. Viele Gespräche, Workshops und Verhandlungen haben vor allem die Arbeit des BDM in 2011 geprägt. Und auch wenn es ein „eher ruhiges Jahr“ war, wird die Arbeit nicht weniger, sagt Schaber.

Auch über die Planungen für das laufende Jahr informierte der BDM-Präsident. „Wir wollen die Faire Milch besser vermarkten“, nennt Schaber ein Ziel für das Jahr 2012. Zudem soll die Arbeit in Sachen Milchboard weitergehen. Ziel hierbei ist es, den Milchmarkt zu regulieren, auch um einen stabilen Milchpreis zu gewährleisten. „Wir haben derzeit Preise wie vor 30 Jahren.“

„Kompetenter Ansprechpartner“

Mit dem „Bohren dicker Bretter“ vergleicht er die politische Arbeit des Verbandes. Gleichzeitig registriert er, dass er und der BDM von politischer Seite als „kompetente Ansprechpartner“ wahrgenommen werden. „Wir bekommen Anfragen von Abgeordneten, die uns um Stellungnahmen und Gespräche bitten“, berichtet Schaber.

Als entspannt und ruhig beschreibt auch Kreisvorsitzender Armin Eugler die Lage der Westallgäuer Bauern. „Luft zum Durchschnaufen“ hatten seiner Meinung nach die Landwirte im Landkreis Lindau im vergangenen Jahr – im Vergleich zu den recht turbulenten Vorjahren. „Der Milchpreis war mit rund 34 Cent stabil“, nennt Eugler einen Grund.

Er empfiehlt dennoch seinen Kollegen, wenn möglich, die Lage zu nutzen und Rücklagen zu bilden. „Die Krise ist noch nicht vorbei“, glaubt er. Denn für die Zeit nach dem Wegfall der Milchquote sei laut Eugler „ein deutlich höheres Milchaufkommen sowie ein sinkender Konsum“ prognostiziert.

Kosten steigen

Und auch andere trauen dem derzeitigen Frieden nicht. „Zwar ist der Milchpreis wieder gestiegen, doch auch die anderen Kosten, wie etwa Diesel“, sagt Klaus Erd aus Ellhofen. Der Milchpreis sei zwar nicht mehr im Keller, jedoch höchstens im Erdgeschoss. Zudem sei die finanzielle Lage vieler Betriebe nach wie vor angespannt. „Die Zukunft der Milchviehbetriebe hängt am seidenen Faden“, ist auch das Ehepaar Magdalena und Peter Weber aus Heimenkirch überzeugt.

Mut gemacht hat den beiden der Vortrag von Brauerei-Chef Michael Weiß, der bei seiner Vermarktung auch auf die Regionalität seines Produktes setzt. „Die Wertschätzung in der Region ist auch für uns wichtig“, sagt Magdalena Weber.



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