Ein Angebot Ihrer Allgäuer Zeitung
| drucken  

Füssen (Stefan Fichtl) | 19.12.2011 00:00 Uhr

Mitglied der Brüsseler Kommission referiert in Ruderatshofen

„Nicht jedem passt Agrarreform hundertprozentig“

Der Referent gab zwar zu, dass „es keine Agrarreform geben kann, die zu hundert Prozent jedem passt“. Doch die aktuellen Entwicklungen der europäischen Agrarpolitik zu erklären und Einsicht zu bieten, waren für Peter Kaltenegger, den stellvertretenden Abteilungsleiter für ländliche Entwicklung der EU-Kommission in Brüssel, Hauptanliegen in seinem Vortrag. Eingeladen war er zur Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Ostallgäu im Bauernverband (BBV).
BBV Agrarpolitik „Es bleibt ein hartes Geschäft“

Derzeit befinde sich vieles in einer heißen Diskussionsphase, so Kaltenegger, der in einem ausführlichen Plädoyer pro „Gemeinsamer, europäischer Agrarpolitik“ (GAP) Neuerungen und Entwicklungen im künftigen Agrarmodell Europas vorstellte. So müsse die Landwirtschaft der Zukunft „multifunktional, nachhaltig und wettbewerbsfähig“ bleiben, was eine flächendeckende und gemeinsame Agrarpolitik notwendig mache.

Die sichere Versorgung von fast einer halben Milliarde EU-Bürgern, moderat gestaltete Lebensmittelpreise, Erzeugniskontrolle, Betriebsschonungs- und Unterstützungsmodelle sowie Investitionen in Infrastruktur, ländliche Wirtschaft und der Erhalt der Räume habe man dabei im Auge.

Unterstützung von der Politik

„Trotzdem bleibt Landwirtschaft ein hartes Geschäft,“ gab Kaltenegger zu. Deshalb setze man in Brüssel auf eben diese „gemeinsame“ Agrarpolitik. „Wir wollen aktive Landwirte, und das sind auch die Nebenerwerbslandwirte“, unterstrich der Referent, der die Notwendigkeit gewisser Reformen begründete und Diskussionen auf politischer und anderer Ebene forderte. Dabei bedürfe es der Unterstützung von Politik und Gesellschaft, so Kaltenegger weiter.

In der Diskussion kam wiederholt das Thema „Flächenstilllegungen“ zur Sprache. Die geforderten sieben Prozent scheinen für die Ostallgäuer Landwirte ein Problem zu sein. „Was tun mit diesen Flächen?“, fragte Landwirt Andreas Haslach, und wie könne das finanziert werden? Ob es nicht eine andere Form der Landbewirtschaftung gebe, „mit naturverträglicher Nutzung von Flächen, die jedoch nicht aus der Produktion genommen werden“ – diese Frage stellte Veronika Stich von der katholischen Landvolkbewegung.

„Heißer Punkt“ wird diskutiert

Dieser „heiße Punkt“ werde derzeit intensiv diskutiert, doch seien Grenzen von Haus aus gesetzt, so Kaltenegger. Unterstützung bekam die Vorsitzende des Landesbildungswerks von mehreren Seiten, so von BBV-Kreisgeschäftsführer Thomas Kölbl, der die Kappung oder Teilung von Betrieben als jetzt nicht mehr durchführbar bezeichnete. Auch eine Prämienlösung sehe er als problematisch an, denn „man weiß nicht, ob das Geld dort ankommt, wo es hingehört“.



Mehr zum Thema

Tierischer Laufsteg für Braunvieh in Buchloe
Deutsche Braunviehschau in Buchloe
Maschinenring immer stärker gefragt
Viehzüchter: In Krugzell geht die Ära Schütz bei der Allgäuer Herdebuchgesellschaft zu Ende
Bergkäse-Ausstich und Prämierung in Immenstadt
Landwirtschaft: Standort für Grünes Zentrum weiter offen
Landfrauentag Bernbeuren - Bäuerinnen sollen sich zu Wort melden
Im Oberallgäu gibt es die meiste Milch
Romuald Schaber spricht bei Kreisversammlung des Bundes Deutscher Milchviehhalter
„Greening“: Landwirte im Ostallgäu skeptisch
Vier Allgäuer Höfe ausgezeichnet
Ortsverbände Stötten und Steinbach fusioniert
Viehzuchtgenossenschaft Opfenbach feiert 100-jähriges Bestehen
Bergbauern kämpfen um Weideprämie
Im Gespräch mit Georg Abele aus Lauben, Vorsitzender der Allgäuer Kälber EG, über die Anfänge von "Prima Rind"

Meinungen zum Thema:

Bisher sind noch keine Meinungen vorhanden...

Ihre Meinung zum Thema schreiben:

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

benutzername passwort   neu registrieren
passwort vergessen
login merken

Wir im Allgäu

Wir im Allgäu

Bauen Wohnen Leben

Bauen Wohnen Leben

Interessante Veranstaltungen (Anzeige)

24.05.2012 Kostenlose Beratung für Existenzgründer weiter
© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits

 
Allgäu Nachrichten | Allgäu und Freizeit | Kino | Community | Anzeigen | Abo Service | Kontakt
Branchenbuch | Veranstaltungen | allgäu weit | Bilder | Videos

Weitere Portale der Mediengruppe Allgäuer Zeitung:
OnlyParty.de - Party Community & Event Portal
jobs-im-allgaeu.de - Stellenangebote und Jobs aus dem Allgäu
griassdi.de - Da bin ich daheim.
AZ Druck und Datentechnik | AZ ServiceCenter Onlineshop | allgäu mail GmbH

Weitere Nachrichten aus dem Allgäu:
RSA Radio - der Allgäusender! | TV Allgäu Nachrichten
IVWDie Zugriffsmessung und Reichweitenanalyse auf all-in.de erfolgt seit 2001 unabhängig und neutral über AGOF die IVW und AGOF. Die Nutzungsdaten können online unter ivw.eu bzw. agof.de abgerufen werden.