
„Es bleibt ein hartes Geschäft“
Derzeit befinde sich vieles in einer heißen Diskussionsphase, so Kaltenegger, der in einem ausführlichen Plädoyer pro „Gemeinsamer, europäischer Agrarpolitik“ (GAP) Neuerungen und Entwicklungen im künftigen Agrarmodell Europas vorstellte. So müsse die Landwirtschaft der Zukunft „multifunktional, nachhaltig und wettbewerbsfähig“ bleiben, was eine flächendeckende und gemeinsame Agrarpolitik notwendig mache.
Die sichere Versorgung von fast einer halben Milliarde EU-Bürgern, moderat gestaltete Lebensmittelpreise, Erzeugniskontrolle, Betriebsschonungs- und Unterstützungsmodelle sowie Investitionen in Infrastruktur, ländliche Wirtschaft und der Erhalt der Räume habe man dabei im Auge.
Unterstützung von der Politik
„Trotzdem bleibt Landwirtschaft ein hartes Geschäft,“ gab Kaltenegger zu. Deshalb setze man in Brüssel auf eben diese „gemeinsame“ Agrarpolitik. „Wir wollen aktive Landwirte, und das sind auch die Nebenerwerbslandwirte“, unterstrich der Referent, der die Notwendigkeit gewisser Reformen begründete und Diskussionen auf politischer und anderer Ebene forderte. Dabei bedürfe es der Unterstützung von Politik und Gesellschaft, so Kaltenegger weiter.
In der Diskussion kam wiederholt das Thema „Flächenstilllegungen“ zur Sprache. Die geforderten sieben Prozent scheinen für die Ostallgäuer Landwirte ein Problem zu sein. „Was tun mit diesen Flächen?“, fragte Landwirt Andreas Haslach, und wie könne das finanziert werden? Ob es nicht eine andere Form der Landbewirtschaftung gebe, „mit naturverträglicher Nutzung von Flächen, die jedoch nicht aus der Produktion genommen werden“ – diese Frage stellte Veronika Stich von der katholischen Landvolkbewegung.
„Heißer Punkt“ wird diskutiert
Dieser „heiße Punkt“ werde derzeit intensiv diskutiert, doch seien Grenzen von Haus aus gesetzt, so Kaltenegger. Unterstützung bekam die Vorsitzende des Landesbildungswerks von mehreren Seiten, so von BBV-Kreisgeschäftsführer Thomas Kölbl, der die Kappung oder Teilung von Betrieben als jetzt nicht mehr durchführbar bezeichnete. Auch eine Prämienlösung sehe er als problematisch an, denn „man weiß nicht, ob das Geld dort ankommt, wo es hingehört“.