Nach dem positiven Signal beider Aufsichtsräte werde seit dem Jahreswechsel konkret an den Fusionsplänen gearbeitet. Wunschtermin für die Umsetzung sei der Jahresbeginn 2013. Dabei sei bei keiner Seite „wirtschaftlicher Zwang“ im Spiel, betont Mark: „Beiden Häusern geht es sehr gut, wir müssten diesen Schritt nicht machen.“
Doch VR Bank und Raiba Füssen wiesen soviele Parallelen auf (von der Firmenphilosophie bis zum Kundenstamm), dass ein Verschmelzen mit Blick auf die nächsten Jahre einfach naheliegend sei. „Statt uns Konkurrenz zu machen, erhalten wir Synergien, die unsere Position im Markt deutlich stärken“, wie es Starnecker und Mark formulieren. So könne man Herausforderungen besser meistern, etwa das Bemühen um junge Kunden oder den Wettbewerb mit Internetbanken.
Auch wenn die VR Bank mit ihren dreifachen Unternehmenszahlen der stärkere Partner ist – die an zehn Standorten vertretene Raiba werde keinesfalls „aufgesogen“, betont Starnecker. So sei geplant, im südlichen Landkreis zwei bis drei gewichtige Abteilungen anzusiedeln. „Es wird keine Kündigungen geben, auch nicht im Führungsbereich“, so Starnecker, der von künftig rund 460 Angestellten ausgeht. Lediglich die Fluktuation werde genutzt.
Die Präsenz in der Fläche – für beide Vorstände eines der größten Pfunde der Genossenschaftsbanken – soll sogar gestärkt werden. Mit einer Ausnahme: In Füssen, Füssen-West und Pfronten werde es künftig nur noch eine Filiale geben. Firmieren wird das Kreditinstitut weiter als VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu mit Sitz Marktoberdorf – und zwar mit allen Vorständen beider Häuser.
Ob die Fusion tatsächlich zustande kommt, muss sich in den Vertreterversammlungen beider Häuser zeigen: Die „Delegierten“ der insgesamt rund 37 000 Mitglieder müssen den Plänen mit Dreiviertel-Mehrheit zustimmen.