
Der ESV war optisch überlegen, erarbeitete sich ein Chancenplus und traf dennoch nicht. Doch die Chancen waren oft nicht zwingend genug, ließen die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen. „Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn man seine Chancen nicht nutzt, kriegt man es hinten zurück“, so ein enttäuschter Ken Latta, Trainer des ESVK.
Sein Stürmer Daniel Menge sagte nach der Partie: „Wir hatten zu Beginn zwei, drei gute Chancen, aber kein Tor gemacht. Wir hatten viele Chancen nicht genutzt und zudem den Torhüter warmgeschossen.“ Sebastien Charpentier im Tor der Ellentaler ließ an Freitagabend keinen Puck passieren und sicherte seiner Mannschaft den Auswärtserfolg.
Zudem rettete mehrmals der Pfosten vor Kaufbeurer Torerfolgen. Der Sieg kam auch aufgrund der besseren Chancenverwertung der Gäste zustande.
Zwar gelangte das Tabellenschlusslicht selten vor das Tor von Stefan Vajs, doch mit einem Doppelpack zur Spielmitte durch Mike Schreiber und Mark Heatley kamen die Steelers auf die Siegerstraße. Kaufbeuren hätte wahrscheinlich noch stundenlang spielen können, ohne ein Tor zu schießen.
Die Joker, die in den vergangenen Heimspielen für einen regelrechten Angriffswirbel sorgten, standen sich diesmal selbst im Weg. Man konnte ihnen nicht absprechen, nicht gewollt zu haben. Aber es fehlte die Lockerheit. Diese wollten sie zwar erzwingen, aber der Gast verteidigte geschickt, so dass die Joker besser das Einfache statt des Besonderen versucht hätten.
Daniel Menge erkannte weitere Gründe für die Niederlage: „Die Arbeitsleistung war heute nicht so, wie sie sein muss, um zu gewinnen.
Auch ist der Kampfgeist etwas zurückgegangen, vielleicht auch durch die zuletzt gute Phase. Zudem hat die Kommunikation zwischen Angriff und Abwehr nicht ganz gepasst.“ Dass der Druck vor der Partie gegen den Letzten Bietigheim zu groß war, bestritten sowohl Latta als auch Menge.
Die Mannschaft wusste, dass das Spiel kein Selbstläufer wird. Bange vor den nächsten Wochen ist Menge aber nicht. „Wir sind absolut im Soll, wir wissen, dass wir weiter hart arbeiten müssen.“ Neben der mangelnden Chancenverwertung war auch das Abwehrverhalten einer der Gründe für den Misserfolg.
„Es sind auch da noch Defizite da und wir müssen daran arbeiten. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir gegen Crimmitschau vier Gegentreffer bekommen haben“, so Menge.
Hochzufrieden war Gästetrainer Kevin Gaudet bei seiner Rückkehr nach Kaufbeuren. „Es hat schon früher nie Spaß gemacht, hier zu spielen. Aber wir haben heute eine sehr gute Partie gespielt. Wir hatten heute Glück, den Pfosten auf unserer Seite und einen Top-Goalie. Der Sieg gibt uns neues Selbstvertrauen, das zuletzt nicht da war.“