
„Ich bin nicht traurig, sondern sauer“, meinte Kaufbeurens Trainer Ken Latta nach der Begegnung. Und dabei war es so etwas wie Revanche. Denn schon einmal endete eine Partie zwischen den beiden Traditionsvereinen kurios: Im Dezember 2011 trafen sie in Kaufbeuren aufeinander.
Weißwasser führte sieben Sekunden vor Ende mit 3:2, dann traf Brady Leisenring zum Ausgleich und Rob Mc Feeters besiegelte in der Verlängerung den Sieg der Joker.
Doch das Ergebnis war gestern nur noch Nebensache. Zwei Tage vor Ende der Transferperiode ging es beim ESVK vielmehr um Personalien. Und auch dabei war einiges kurios. Mit Carl Hudson zum Beispiel waren sich die Joker mündlich schon einig, doch dann brach der Kontakt zum 26-jährigen Kanadier ab.
„Der Transfer war plötzlich mehr als zweifelhaft“, erklärt Vorstandsmitglied Christian Demel. Gestern dann die erlösende Nachricht: Der Verteidiger, der Rob Brown ersetzen soll, landete mit einem Flieger aus Toronto in München und wurde dort von Manager Klaus Habermann persönlich in Empfang genommen. Vertrags- und Passformalitäten wurden direkt in der Verbandszentrale erledigt.
„Wir sind uns sicher, dass er der Mannschaft nach kurzer Eingewöhnungszeit weiterhelfen kann“, sagt Vorstandsmitglied Andreas Settele.
Hudson war zuletzt Führungsspieler bei Rapid City Rush in der nordamerikanischen Central Hockey League (CHL).
„Absolute Ausnahme“
Er ist im Kader des ESVK der sechste Kontingentspieler, eingesetzt werden dürfen aber nur fünf. Umso überraschender ist die Vertragsverlängerung mit Andrew McPherson. Er hatte Angebote anderer Bundesligisten vorliegen, bleibt nun aber bis Saisonende in Kaufbeuren.
„Er ist durch und durch Sportler, Vorbild und ein feiner Kerl“, meint Settele über den 32-Jährigen. Der Vorstand habe sich einstimmig für eine Verlängerung des Vertrags ausgesprochen. Zum einen, weil der eine oder andere Ausländer im Team angeschlagen ist, zum anderen, weil das Kommen von Hudson lange nicht sicher war.
Der Luxus, weiterhin sechs Ausländer im Team zu haben, bleibe für Kaufbeuren „eine absolute Ausnahme“. Dem Konkurrenzkampf im Sturm schadet dies aber nicht: Sollten alle fünf ausländischen Stürmer und auch Hudson fit sein, muss einer der Angreifer auf die Tribüne.