
Roppel, der Coach der Zweitliga-Volleyballerinnen des Allgäu-Teams Sonthofen, kleidet dagegen sein Statement meist nur in einen Satz. So auch beim 3:0 (25:16, 25:12, 25:17)-Erfolg seiner Schützlinge im Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten VfL Nürnberg. "Alle Spielerinnen haben eine tolle Leistung gezeigt." Das war's.
Und auch die Zuschauer haben sich an den wortkargen Trainer längst gewöhnt und applaudieren lautstark nach Roppels Auftritt. Diesmal konnte man Roppels Zurückhaltung gut verstehen. Denn er sah, dass seine Mannschaft gegen eine völlig überforderte Truppe, die über Regionalliga-Niveau nicht hinauskam, auf dem Feld schalten und walten konnte, wie sie wollte.
Tamara Zeller, Kerstin Schenke, Oksana Roppel und Barbora Purchartová hämmerten die Bälle nahezu ohne Gegenwehr ins gegnerische Feld. Alle Sonthofer Spielerinnen kamen zum Einsatz. Die Begegnung erinnerte an eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen.
Deshalb war die Partie auch ideal für Neuzugang Anika Brinkmann. Die Außenangreiferin wurde im dritten Satz eingewechselt, machte gleich den ersten Punkt und verwandelte den Matchball zum 3:0-Erfolg. „Das war genau der richtige Einstieg für mich nach drei Monaten Pause“, sagte die 25-Jährige, die einen Tag vor dem Spiel erstmals mit der Mannschaft trainiert hatte.
Die 1,77 Meter große Angriffsspielerin stand noch bis kurz vor Saisonbeginn beim Erstligisten Suhl im Kader. Doch dann entschied sich Brinkmann zu einer Auszeit. In der ersten Liga zu spielen sei zwar toll, „aber du trainierst täglich zweimal und bist jedes Wochenende unterwegs. Da bleibt alles andere auf der Strecke“, meinte die gelernte Versicherungskauffrau. Im Herbst kehrte ihr Freund, der bei der Bundeswehr im Kosovo stationiert war, nach Deutschland zurück und fortan sollte das Privatleben im Vordergrund stehen.
„Mit Erfahrung helfen“
Doch nach drei Monaten wurde es der 25-jährigen Brinkmann dann doch zu langweilig, und sie nahm das Angebot der Sonthofer vor zwei Wochen an. „Ich möchte der Mannschaft mit meiner Erfahrung helfen, oben in der Tabelle mitzuspielen“, sagte sie. „Aber ich brauche noch zwei, drei Wochen, bis ich wieder in Bestform bin.“