„Ich finde es cool, mit den Kindern zu arbeiten“, sagt Raphaela, die im Winter auch Skikurse gibt. Am meisten ist die 17-Jährige begeistert, wenn sie sieht, welche Fortschritte ihre Schützlinge machen. Während sie erst seit Anfang des Jahres als Jugend-Coach tätig ist, engagiert sich Quirin bereits seit vier Jahren für den Nachwuchs seines Heimatclubs.
Als der damals noch aktive Fahrer hörte, dass es beim SV Hindelang an Nachwuchstrainern für die Kleinsten mangelt, entschloss er sich gemeinsam mit einem Freund dazu, die Übungsleiter zu unterstützen. „Wir waren selber auch froh, dass wir gute Trainer hatten“, sagt der 19-Jährige. Jetzt, so Quirin, habe er durch seine Tätigkeit als Nachwuchs-Coach die Chance, dem Verein etwas zurückzugeben. Das ist auch die Hauptmotivation von Raphaela.
„Das, was ich gelernt habe, möchte ich weitergeben. Vor allem will ich den Kindern den Spaß vermitteln, den ich beim Mountainbiken habe“, berichtet die 17-Jährige.
Interessante Inhalte
Um ihren Schützlingen eine möglichst fundierte Ausbildung bieten zu können, sind beide gerade dabei, ihren C-Schein zu machen. Während Quirin seine Prüfung im Januar hat, hofft Raphaela darauf, dass sie den Schein im Sommer erhält. Die Ausbildung kann die 17-Jährige nur jedem weiterempfehlen. Nicht nur, weil sie bei den Lehrgängen in der Sportschule in Oberhaching viele Bekannte trifft, sondern weil der Inhalt an sich „unheimlich interessant“ ist, versichert sie.
Das Spektrum reicht von Sportbiologie über Muskelaufbau bis hin zu gezielten Übungen, die die Trainer anwenden können, um die Fähigkeiten der Kinder gezielt zu schulen. An ihre erste Trainingseinheit mit den Kindern können sich beide noch gut erinnern.
„Ich bin die Strecke, die ich mit den Mädchen und Buben fahren wollte, daheim im Kopf durchgegangen“, berichtet Raphaela. Dabei hat sie darauf geachtet, dass sie den Kindern möglichst viel Abwechslung bietet. „Nur Technik wird auf Dauer langweilig“, weiß die 17-Jährige. Mountainbiken ist für sie Bewegung an der frischen Luft, das Genießen der Natur und vor allem Spaß. „Abwechslung gehört da einfach dazu“, betont sie.
Das erforderliche Techniktraining lässt sich sowohl im Bike-Park als auch auf einer Strecke immer wieder einbauen, erklärt Raphaela und fügt hinzu, dass man die Kinder aber auch „fordern“ müsse. „Sonst wird es ihnen langweilig.“
Die Mischung muss stimmen
Im Training achtet sie daher auf die richtige Mischung aus Technik, Kondition und Spaß. Bei schwereren, längeren Abfahrten sowie schnellem Tempo sind ihre Schützlinge immer mit Feuereifer bei der Sache. Autorität gehöre zwar dazu, aber ein Trainer müsse auch lustig sein und seinen Schützlingen etwas bieten, sagt Quirin. Wenn das Training im Sommer gut klappt, geht es im Anschluss beispielsweise zum Abkühlen an die Ostrach oder zum Eis essen.
Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit die Kleinen motivieren zu können, ist als Nachwuchstrainer auch gefragt, sagt Raphaela. Vor einer steilen Abfahrt müsse man den Nachwuchsbikern Mut machen. Im Ziel packt die Trainerin zur Belohnung dann auch mal eine Tüte Gummibärchen aus.
„Toll, wenn sich junge Leute im Verein engagieren“, sagt Abteilungsleiter Thomas Sräga. „Die Jugendlichen lernen frühzeitig, Verantwortung zu übernehmen.“ Auf der anderen Seite sei es auch für den Verein von Vorteil, wenn das vorhandene und im Verein erlernte Wissen an den Nachwuchs weitergeben werde. So finde ein ständiger Lern- und Verbesserungsprozess statt, von dem alle profitieren.