
Die Antwort von Thoma Stechele fällt immer gleich aus: „Nein!“ Er liefert die Begründung gleich nach: „Jedes Jahr habe ich neue Teams, weil ältere Jahrgänge ausscheiden und jüngere aufrücken. Es ist Freude und Motivation zugleich, die Talente auf das entsprechende Niveau zu bringen“, sagt Stechele.
Eine herausragende Saison 2011 mit 15 Goldmedaillen bei der bayerischen Meisterschaft, fünf Medaillen (darunter zweimal Gold) bei der deutschen Einzelmeisterschaft, Silber bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Schüler und vielen weiteren Erfolgen hat sich am Ende für den Verein noch richtig gelohnt.
Bei einem Wettbewerb der LEW wurde der TSV zusammen mit zehn anderen Vereinen aus der Region für seine sportlichen Leistungen und die kreative Bewerbung – Jugendleiterin Christine Joachim hatte extra einen Film über die Jugendarbeit gedreht – ausgezeichnet. Als Preis gab es neue Wettkampfkleidung im Wert von 1500 Euro.
Von der Veranstaltung im VIP-Raum der SGL Arena, dem Stadion des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg, war die Westendorfer Delegation samt Bürgermeister Erich Negele begeistert.
Die Gäste durften das Stadion besichtigen, die FCA-Profis Uwe Möhrle und Jonas de Roeck mit Fragen löchern und sich hinterher mit ihnen fotografieren lassen. Auch das Angebot, einmal im Presseraum auf den Trainerstühlen Platz zu nehmen und Pressekonferenz zu spielen, ließen sich die Söhne von Christine Joachim und Thomas Stechele nicht nehmen.
Nach diesem i-Tüpfelchen zum Saisonabschluss ist in Westendorf kurzzeitiges Durchschnaufen angesagt. Doch schon im Januar steht das erste große Ereignis 2012 ins Haus. In der Mehrzweckhalle Pforzen finden am 21. und 22. Januar die bayerischen Meisterschaften für Junioren, A- und C-Jugend statt.
Dafür wollen die Westendorfer noch ordentlich die Werbetrommel rühren und den Zuschauern vor Ort viel Service und Infos bieten. „Wir wollen daraus ein richtiges Event machen. Mit Sicherheit wird es eine Reihe von interessanten Kämpfen geben“, sagt Stechele. Er rechnet damit, dass der TSV mit rund 15 Ringern am Start sein wird.
Damit der Westendorfer Talentschmiede auch in Zukunft der Nachwuchs nicht ausgeht, dürfe man sich nicht auf bisherigen Erfolgen ausruhen, meint Joachim. „Wir müssen schauen, dass wir weiterhin Nachwuchs in den Verein bekommen.
Unser Augenmerk liegt dabei auf den ganz Kleinen“, sagt die Jugendleiterin. Und Stechele ergänzt: „Wenn wir uns nur noch auf die eigenen Schultern klopfen, geht es schnell den Beg runter.“
So wie alle im Verein fiebern sie dem Anbau ans Bürgerheim Alpenblick entgegen. Dieser soll gegen Ende 2012 fertig werden und den Ringern deutlich verbesserte Trainingsbedingungen bieten. „Und vor allem müssen wir nie mehr die Matte auf- und abbauen“, meint Stechele schmunzelnd. Pro Woche mache das bestimmt zwei Stunden Ersparnis aus.
In sportlicher Hinsicht hat die Nachwuchsabteilung indes fast alles schon erreicht. „Es wäre ein Traum, wenn wir irgendwann einmal auch noch Gold bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft holen könnten“, sagt Joachim. Angesichts eines großen Umbruchs im Team 2012 wohl kaum zu schaffen, meint Stechele.
Sein größter Wunsch fürs neue Jahr: „Wenn wir beim TSV weiter so gut miteinander auskommen und jeder mit Freude im Team dabei ist, dann stellen sich die Erfolge von alleine ein.“