
Die 23-Jährige wird die Wettkämpfe ganz bewusst angehen – denn Rennen sind diesen Winter Mangelware: Die Buckelpistenfahrer des Deutschen Skiverbandes (DSV) legen 2011/12 den Fokus auf das Training. „Es ist für uns ein Vorbereitungsjahr für Olympia. Wir wollen schauen, wo es hapert und daran arbeiten“, sagt Förster.
Olympia 2014 in Sotschi, Russland. Das ist das große Ziel der deutschen Nationalmannschaft, deren B-Kader Katharina Förster derzeit angehört. Doch sie mussten feststellen, dass es für die Weltspitze derzeit noch nicht reicht. „Fahrtechnisch sind wir ganz gut, aber die Kombination aus Sprüngen und Buckel, da müssen wir besser werden“, sagt die gelernte Kinderpflegerin, die derzeit als Sportsoldatin arbeitet und kürzlich von der Kaserne Sonthofen nach Neubiberg bei München versetzt wurde.
Die USA und Kanada sind derzeit der Maßstab im internationalen Freestyle-Zirkus. Olympiasiegerin Hannah Kearney (25) aus den USA beispielsweise hat die letzten zwölf Weltcuprennen allesamt gewonnen.
Der Weltcup – das ist auch das, worauf es ankommt. Deutsche Meisterschaften und sogar die EM spielen eine eher untergeordnete Rolle, erzählt Förster. Denn in der übernächsten Saison 2013/14 werden die Tickets für Olympia vergeben. Notwendig dazu sind entweder zwei Platzierungen in den Top 15 oder einmal in den Top 8 bei einem Weltcup.
Davon ist Förster derzeit noch etwas entfernt: 2011 in Tschechien kam sie auf Platz 17, ihr bestes Ergebnis schaffte sie 2008 mit Platz 15 in Frankreich. „Bei den Sprüngen habe ich ein Defizit“, sagt die vierfache deutsche Meisterin und zweifachen Junioren-WM-Teilnehmerin selbstkritisch, die für den RG Weiler-Simmerberg fährt.
Die laufende Saison wurde vom DSV bewusst als Trainingssaison angesetzt. Seit Dezember stand Förster mit ihren Kollegen mindestens dreimal pro Woche auf der Piste. Dafür wird sie nur siebenmal international antreten – sechsmal im Europacup, einmal im Weltcup. Normalerweise sind es doppelt so viele Rennen.
Freestyle auf der Buckelpiste fristet nach wie vor ein Dasein als Randsportart. Das sieht man daran, dass Förster sich ihre Skier beispielsweise selbst kaufen muss. Gut 500 Euro kostet ein Paar, „und die gibt’s im Laden nicht“. Der Verband stellt nur Kleidung und Helme.
Sogar die Fahrten zu den Rennen muss sie teils selbst bezahlen. Neben der Arbeit am sportlichen Können ist die 1,61 Meter große Ellhofenerin, die mit acht Brüdern aufgewachsen ist, derzeit auf der Suche nach Privatsponsoren.
Dazu hat sie eigenes eine Art Bewerbungsmappe angelegt mit Lebenslauf, größten Erfolgen, einem Pressespiegel und einem Videofilm auf CD.