
"Eine Tennistragödie"
Weil seine eigentliche Partnerin ausgefallen war, wurde ihm bei dem Turnier in Bad Neuenahr für die Altersklasse 80 mit Christa Uhlmann eine neue Partnerin zugelost. "Wir hatten noch nie miteinander gespielt", sagt er. Trotzdem schaffte es das Duo bis in Halbfinale und hatte im ersten Satz gegen Marlies Jennis/Helmut Jung mit 6:4 gewonnen. Im zweiten Durchgang hatten sie beim Stand von 5:2 bereits zwei Matchbälle auf dem Schläger. Doch es war nicht der Tag der beiden. Sie unterlagen noch mit 5:7. Auch den dritten und damit entscheidenden Satz gaben sie mit 1:6 ab. "Das verloren zu haben, ist eine Tennistragödie", trauerte Wäspy im ersten Moment dem verpassten Finaleinzug nach. Am Ende überwog jedoch die Freude über Bronze.
Eine solche Medaille gab es für ihn auch bei der internationalen deutschen Einzelmeisterschaft in Rottach am Tegernsee. Der 81-jährige Wäspy kämpfte sich bis ins Halbfinale. Allerdings ließ der Russe Michail Novik mit 6:2 und 6:2 den Traum von Finaleinzug platzen.
Jedes Jahr zählt
Nicht minder schicksalhaft lief es für Wäspy bei der internationalen deutschen Meisterschaft im Herrendoppel, diesmal an der Seite von Michail Novik. Das Duo wurde als Favorit in der Klasse der über 80-Jährigen gehandelt. Das Problem: Es hatten in dieser Kategorie nicht genügend Spieler gemeldet. Deshalb wurden Wäspy/Novik in die AK 75 gestuft, wo die Spieler im Schnitt sieben Jahre jünger waren. Mit Folgen, denn "in meinem Alter macht sich im Tennis jedes Jahr bemerkbar", schildert Wäspy.
"Man will ja immer gewinnen, aber da hatten wir im Grunde keine Chance." Unter diesen Voraussetzungen ist der Gewinn von Bronze umso höher zu bewerten. Erst im Halbfinale mussten sie sich der deutsch-polnischen Kombination Andre Seeholzer/Jos Szylkiewicz mit 6:0 und 6:1 geschlagen geben.