Cheftrainer Bernhard Hofmann fehlten kurz nach Ende des Kampfes fast die Worte: „Heute hat einfach alles funktioniert. Jeder war hoch motiviert und hat sich aufgeopfert.“ Die Euphoriewelle ins Rollen brachte schon Chris Kraemer im ersten Kampf gegen den zehn Jahre älteren David Heckmann. In drei spannenden Runden setzte sich das Riesentalent durch und entschied den Kampf umjubelt mit 3:0 für sich. In Nichts nach stand ihm György Rizmajer. Gegen den unbequemen Sascha Helming zeigt der amtierende Europameister der Junioren seine ganze Klasse auf. In Runde zwei gab er durch eine kleine Unachtsamkeit drei Punkte ab, Rizmajer konnte aber aus einem 0:3 durch einen wahren Kraftakt ein 4:3 machen. Am Ende siegte der Ungar völlig verdient mit 3:0.
Tizian Reggel war dann im Kampf gegen Marco Schmitt zwar im Standkampf der Aktivere, übertrug dies aber nicht in den Bodenkampf und verlor glatt nach drei Runden. Für die nächste Überraschung sorgte Mihaly Szabo gegen den Bulgaren Ismail Murafov. Durch einen tollen Griff legte er seinen Kontrahenten schon in der ersten Runde auf beide Schultern. Gleich danach zeigte Shenol Ali Ahmed, dass er in dieser Saison wohl ganz schwer zu schlagen sein wird. Gegen den eigentlich bärenstarken Sascha Niebler brachte Shenol eine herausragende Leistung und gewann technisch überlegen (4:0). Somit stand es zur Halbzeit 14:3 für die Ostallgäuer.
Nach der Pause hatte Michael Heiß gegen den acht Kilo schwereren Trainerringer Tony Seifert einen schweren Stand und musste eine 0:3-Niederlage hinnehmen. Zu Beginn des Kampfes im klassischen Leichtgewicht sah es nach einem engen Kampfverlauf aus, da Max Goßner die erste Runde mit 0:1 verlor. Doch dann zeigte der Student eine Leistungsexplosion und landete in Runde drei und vier zwei herrliche Überwürfe, die jeweils mit fünf Punkten bewertet wurden und ihm einen Überlegenheitssieg einbrachten. An diesen Kampf knüpfe Christian Stühle an und zerlegte regelrecht seinen Gegner Resul Masaldzhi in drei Runden. Er siegte ebenfalls überlegen. In der Begegnung zwischen Steve Masuch und Steven Gottschlig sah es lange nach einer Niederlage für den Gymnasiasten aus, da er die ersten beiden Runden verlor.
Doch dann zahlte sich die überragende Kondition aus. In Runde vier landete Masuch einen Schultersieg. Und auch im letzten Kampf des Abends ließ Philipp Heiß seinen Kontrahenten Timo Schmitt keine Chance und siegte durch wunderbare Techniken und Überwürfe technisch überlegen.
Der Kampf endete letztendlich mit 31:8 für den TSV Westendorf. „Mit dem Abstiegskampf sollten wir spätestens jetzt überhaupt nichts mehr zu tun bekommen. Wir haben heute eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt“, so Philipp Heiß. (mgr)
Ausgehebelt: György Rizmajer vom TSV (rechts) gewann souverän. Foto: Langer