Brennauer genoss die Erholung nach einem turbulenten Wochenende, bei dem sie den bislang größten Erfolg ihrer Karriere im Frauenbereich feierte. Bei der Europameisterschaft in Apeldoorn (Niederlande) holte sie Silber in der 3000-Mannschaftsverfolgung mit ihren Kolleginnen Charlotte Becker (28/Berlin) und Madeleine Sandig (28/Cottbus).
„Nach unserem dritten Platz im Vorjahr wollten wir zumindest wieder um Platz drei mitfahren. Aber dass wir das Finale erreichen, hatten wir uns nicht geträumt“, sagt die frühere Junioren-Weltmeisterin freudestrahlend. Zum Auftakt hatte das deutsche Team in furiosen 3:26 Minuten die zweitschnellste Zeit erzielt und sich für das Finale qualifiziert, in dem es sich allerdings dem Topfavoriten Großbritannien geschlagen geben musste.
Durch den Gewinn der Silbermedaille steigen Brennauers Chancen auf eine Nominierung für die Olympischen Spielen 2012 in London. „Im Moment habe ich eine gute Stellung innerhalb der Mannschaft“, sagt sie. Doch der Konkurrenzdruck nimmt zu: So kehrt möglicherweise die Straßen-Weltmeisterin Judith Arndt für London auf die Bahn zurück.
Brennauer hat jedoch auch im Einzel Chancen auf einen Olympiastart. Das hat sie bei der Europameisterschaft als einzige deutsche Teilnehmerin im Omnium, dem Mehrkampf aus sechs Disziplinen, bewiesen. Die amtierende deutsche Meisterin mischte zunächst vorne mit, ehe sie in zwei von drei Massenstartrennen an Boden verlor und schließlich Rang neun belegte. „Wenn ich mich taktisch weiter verbessere, kann ich vorne mitfahren“, ist die Sportsoldatin überzeugt.
Sollte sie die Saison unter den besten acht Europäerinnen abschließen, wäre sie für Olympia qualifiziert. Vier Weltcups und die Weltmeisterschaft Anfang April in Australien verbleiben ihr noch, um das Ziel zu erreichen. Die erste Chance ist der Weltcup in Astana/Kasachstan, zu dem das deutsche Team am Mittwoch aufbricht.
Dann wird Lisa Brennauer garantiert wieder einen Gang höher schalten …