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07.11.2012 · Markt Rettenbach/ Kempten

Ölfleck-Anschlag: Einblick in die Ermittlungen

Wochenende · Vergangenes Jahr ereignet sich bei Markt Rettenbach ein schrecklicher Unfall. Ein offenbar absichtlich aufgebrachter Ölfleck verursacht einen tödlichen Motorradunfall. Nun sucht die Polizei den Täter mithilfe einer DNA-Spur.

Es ist ein sonniger Tag - dieser 17. April 2011. Frühlingsanfang, der perfekte Zeitpunkt für eine Motorrad-Tour. Doch der 37-jährige Familienvater Josef D. kehrt von seinem Ausflug nicht zurück. Zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren rutscht er mit seiner Maschine auf einem Ölfleck aus und prallt gegen ein entgegenkommendes Auto. Er stirbt noch an der Unfallstelle.

Karte mit eingezeichneten Punkten von Fahrbahnverunreinigungen
Karte mit eingezeichneten Punkten von Fahrbahnverunreinigungen
Kurz darauf entdeckt die Polizei acht weitere Öllachen in der Nähe und Glasscherben am Unfallort. Schnell wird klar, dass "diese Ölverschmutzungen vorsätzlich auf die Straße gebracht wurden", sagt Christian Owsinski, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Doch trotz prompter Ermittlungen und vieler Hinweise aus der Bevölkerung ist der Täter noch heute auf freiem Fuß.

Deshalb rief die Polizei Ende letzter Woche zu einem Massen-DNA-Test auf. "Rund 300 Personen aus der Region sollen innerhalb der nächsten Wochen freiwillig eine Speichelprobe abgeben", erklärt Owsinski. "Diese können dann mit DNA-Spuren verglichen werden, die die Spurensicherung auf den Glasscherben am Tatort sichergestellt hat".

Glas Ölfleck
Glas ÖlfleckBild: PPS Schwaben Süd/West
Die Testpersonen werden freilich nicht zufällig ausgewählt. So will die Polizei zum Beispiel Fahrzeughalter von bestimmten Autos überprüfen, die Zeugen vor dem Unfall in der Nähe des Tatorts gesehen hatten.

Freiwilliger Test

Wichtig ist der Ermittlungsgruppe "Ölfleck" (mittlerweile an die Kriminalpolizei Kempten übertragen) in diesem Fall die enge Zusammenarbeit mit den Probanden. "Die von der Maßnahme betroffenen Personen werden als unbeteiligte und unschuldige Personen behandelt", heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Christian Owsinski ergänzt: "Keine Testperson muss sich Sorgen machen. Die DNA-Proben und Daten werden nach dem Abgleich mit dem Fall Ölfleck sofort vernichtet, nicht gespeichert und auch nicht mit Proben aus anderen Fällen verglichen."

Dennoch kann es sein, dass mögliche Probanden den Test verweigern. "Das muss natürlich von der Polizei zunächst akzeptiert werden, wenn eine Person diesen Test nicht freiwillig mitmacht", erklärt Owsinski. Sollte bei den abgegebenen Proben aber kein Treffer dabei sein, muss die Polizei hinterfragen, warum sich die entsprechenden Personen nicht testen lassen wollen. "Dann steigt die Polizei in tiefere Ermittlungen ein."

Neben den freiwilligen DNA-Tests hofft Christian Owsinski auch weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung - auch dank des großen Medienechos. "Die Präsenz dieses Falles in den Medien ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bekommen wir mehr Hinweise, die zur Klärung der Tat führen können." Auf der anderen Seite müsse die Polizei mehr Hinweise abarbeiten, die nicht zielführend seien.

Auch deshalb sind erste Ergebnisse wohl nicht vor 2013 zu erwarten: "Jeder Proband wird von uns persönlich aufgesucht - dementsprechend lange dauert auch die Auswertung der Proben", sagt Owsinski abschließend. "Dennoch hoffen wir, dass wir diesen Täter noch ermitteln können."

Informieren Sie sich auch über die neuesten Entwicklungen bei der Suche nach dem Täter.

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Artikelinfos
AutorStephan Michalik
Veröffentlichung07.11.2012
Aktualisierung09.09.2014 08:29
Ort Markt Rettenbach/ Kempten
Schlagwörterunfall, ölfleck, ermittlung, polizei
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